UNNA.braucht.EIS sieht neue Chance für bürgernahes Konzept

Gemeinsame Sympathiebekundung des KJEC, UbE und “Wir für Unna” am vorletzten Samstag vor der Kommunalwahl. (Foto UbE/KJEC)

Unnas Eishallenretter sehen mit dem nahenden Wechsel an der Verwaltungsspitze neue Chancen für eine baldige Sanierung und Reaktivierung der Halle. Die Zusammenarbeit mit Bürgermeister Kolter hatten sie aufgekündigt, schöpfen aufgrund der Neuwahl am kommenden Sonntag jedoch neue Hoffnung.

In einer Pressemitteilung vom Mittwoch, 23. 8., heißt es:

Am 24. August hatte UNNA.braucht.EIS eine Podiumsdiskussion unter dem Titel „Wohin geht die Reise? Lässt sich aus der Schnecke noch ein Rennpferd machen?“ sämtliche Bürgermeisterkandidat(inn)en zu einer Podiumsdiskussion eingeladen.

Erfreulicherweise haben sich dort sämtliche Teilnehmer/innen klar und unmissverständlich für eine kurzfristige Umsetzung des Bürgerentscheids zum Erhalt der Eishalle am Ligusterweg ausgesprochen. Nunmehr wird sich in wenigen Tagen entscheiden, wer zukünftig als neuer Bürgermeister/in in das Rathaus von Unna einziehen wird.

Wir von UbE richten nun den Blick hoffnungsvoll nach vorne und nehmen die personellen Veränderungen in Rat und Verwaltungsspitze zum Anlass, einmal mehr unsere Hand in Richtung Stadt auszustrecken und eine konstruktive Zusammenarbeit auf Augenhöhe anzubieten.

Insbesondere möchten wir – auch mit Rücksicht auf die absehbare Verteuerung anderer Großprojekte der Stadt (z.B. Grundschulneubau an der Hertingerstraße) abermals für die von uns erarbeitete Variante einer kostengünstigen Sanierung unter Beteiligung regionaler Unternehmen und Handwerksbetriebe sowie der eissporttreibenden Vereine werben.

Obwohl wir die Kooperation mit der bisherigen Verwaltungsspitze wegen fehlender Vertrauensbasis bis auf Weiteres aufkündigen mussten, haben wir im Hintergrund unermüdlich weiter an unserem Konzept gearbeitet und dieses weiter verfeinert. So konnten wir weitere Firmen dafür gewinnen, uns in unserem Projekt zu unterstützen:

–       Architektur, Planung, Statik, Brandschutz und Wärmeschutz: Netz- Bau Gruppe (Köln) und artec Architekten (Lüdenscheid)

–       Klima- Heiz- und Entfeuchtungstechnik: Iwanowski GmbH (Iserlohn)

–       Eisaufbereitung und Technik: AST – Eis- und Solartechnik GmbH (Reute)

–       Eisaufbereitung und Technik: ISS GmbH-Ice, Sports & Solar (Neu-Isenburg)

–       Transport: Kurierservice Cirkel (Unna)

–       Steuerberatung: Goyer · Neuke · Pfingsten Steuerberater PartG (Dortmund)

–       Dach- und Wandmontage: F&S Bedachungen (Schwerte)

–       Fenster und Bauelemente: Dirk Rau GmbH (Iserlohn)

–       Sanitärtechnik: Schülpke GmbH (Unna)

–       Arbeitssicherheit: SLK Vermietung GmbH (Recklinghausen)

–       Arbeitsbühnen und Steiger: Liftverleih Liesegang e.K. (Holzwickede)

–       Holzbaustatik, Brandschutz, Tragwerksplanung: FH Holzbaustatik GmbH & Co. KG (Lienen)

–       Montage von Sandwichwänden und Metalllleichtbau: Brandner Industriemontagen (Dortmund)

–       Holzbau/ Zimmermannsbau: Esterle Holzbau GmbH & Co. KG (Halver)

–       Fliesenlegerarbeiten: M.B. Fliesen (Iserlohn)


All diese Unternehmen sehen die Chancen und Stärken, die das Konzept bietet und sie haben sich bereit erklärt, das Projekt beispielsweise durch kostenlose Beratung und Planung, durch tatkräftige Unterstützung oder durch Preisnachlässe zu unterstützen.

Darüber hinaus stehen der Eishockeyverband NRW e.V. und der Königsborner Jugendeishockeyclub e.V. bereit, um bei der Instandsetzung der Halle tatkräftig mitzuwirken.

Dass sich vieles mit ehrenamtlichen Engagement erreichen lässt, hat der KJEC ja bereits unter Beweis gestellt und in einem mehrtägigen Arbeitseinsatz die Deckenverkleidung und über 150 laufende Meter Bande in der Eissporthalle entfernt, was der Stadt Unna Kosten in Höhe von ca. 15.000 € erspart hat.

Eine kostengünstige und bürgernahe Lösung.“ Das ist es, was wir den Unnaer Bürgerinnen und Bürgern, die uns im Bürgerentscheid ihre Stimme gegeben haben, versprochen haben. Und dazu stehen wir ohne Wenn und Aber. Jetzt müssen nur noch die Verantwortlichen in Rat und Verwaltung mitmachen und es kann (endlich) losgehen!“

Quelle: Pressemitteilung UbE

Politische Bekundungen auf dem Eselsbrunnen. (Foto UbE)

Sympathieaktionen pro Eishalle dominierten Alten Markt

Gemeinsame Sympathiebekundung des KJEC, UbE und “Wir für Unna” am vorletzten Samstag vor der Kommunalwahl. (Foto UbE/KJEC)

Königsblau, Weiß und Magenta: 8 Tage vor der Kommunalwahl dominierten am heutigen Samstag (5. 9.) die Farben der Unnaer Eishockeysportler und des politischen Vereins „Wir für Unna“ den Alten Markt.

Zugleich setzten unbekannte Sympathisanten der Eishockeyretter in unmittelbarer Nähe der Wahlkampfstände der Parteien ein deutliches Zeichen in Richtung Stadtrat und insbesondere Verwaltungsspitze. Die eindeutige Botschaft: „Setzt endlich den Bürgerentscheid um!“

Politische Bekundungen auf dem Eselsbrunnen. (Foto UbE)

Die inhaltliche Nähe zwischen den Eishallenrettern und WfU zeigt sich auch in personellen Schnittmengen. So sind auf der Reserveliste von „Wir für Unna“ für die Kommunalwahl am 13. September auch mehrere Mitglieder von „UNNA.braucht.EIS“ (UbE) zu finden.

So wunderte es wenig, dass WfU sich solidarisch zeigte, als der Eissportclub KJEC und UbE heute auf dem Alten Markt noch einmal ein „deutliches Zeichen für den Erhalt des Eissports in Unna“ setzten, teilten die Vereine in einer gemeinsamen Presseerklärung mit und forderten zugleich, „die Sanierung der Eissporthalle jetzt endlich schnell und bürgernah (kostengünstige Lösung möglich) umzusetzen!“

Die Vereine fügen hinzu: „Bedanken möchten wir uns ausdrücklich bei der netten Aufnahme und Bewirtung am heutigen Tage durch den Verein Wir für Unna.“

Podium der Bürgermeisterkandidaten – UNNA. braucht.EIS und ADFC luden ein

Kandidatenpodium bei “UNNA.braucht.EIS” am 24. August in der Kleingartenanlage Kastanienhain. (Fotos RB)

Zwei Vereine mit jeweils klaren Zielsetzungen luden Anfang voriger Woche die Unnaer Bürgermeisterkandidatinnen und -kandidaten zu Podiumsdiskussionen ein. Die Eishalleninitiatie UNNA.braucht.Eis befragte alle acht Bewerber am Montag in der Kleingartenanlage Kastanienhain zu ihrem jeweiligen Standpunkt zum Eishallenerhalt und zur mutmaßlichen Verschleppung der Sanierung durch die Sadt; beim Radclub ADFC ging es am Dienstag im Katharinenhof um die Pläne der potenziellen künftigen Bürgermeister/innen in Sachen fahrradfreundliche City.

Wir fassen beide Veranstaltungen hier kurz zusammen.

* Zur Erklärung, wieso wir erst jetzt und kurz zusammengefasst berichten: Bei der ADFC-Veranstaltung gab es laut dem Club eine Kommunikationspanne, wir waren nicht eingeladen; den Kandidaten der CDU, Dirk Wigant, erreichte die Einladung ebenfalls nicht, weshalb im Katharinenhof nur 6 der 8 Bewerber diskutierten (Ingrid Kroll von Wir für Unna war wegen eines anderen Termins verhindert). Über die Veranstaltung von UbE berichteten wir aus anderen Gründen nicht, die mit dem Umgang mit Presse zu tun haben. Entsprechende Gespräche haben inzwischen stattgefunden.

Die Podiumsdiskussion im Katharinenhof am Dienstag, 25. August, fasst der veranstaltende ADFC Unna wie folgt zusammen:

Die beiden ADFC-Ortsgruppensprecher Helmut Papenberg und Uwe Schmidt begrüßten die folgenden 6 zur Wahl stehenden Bürgermeisteranwärter: Katja Schuon (SPD), Claudia Keuchel (Bündnis 90/Die Grünen), Frank Ellerkmann (FDP), Frank Muermann (FLU) und die beiden unabhängingen Kandidaten Herr Jens Ole Wilberg und Achim Megger.

Bei der ersten Frage zur Fahrradnutzung konnten alle Kandidaten positiv punkten, alle besitzen Fahrräder und nutzen diese auch regelmäßig, ob zum Dienst oder als Sport- oder Freizeitfahrzeug am Wochenende und im Urlaub.

Ebenso befürworten alle Kanditaten eine Verkehrswende mit besserer Fahrradinfrastruktur und sicherer, wenn möglich, vom Autoverkehr getrennte Wege mit möglichst großer Verkehrssicherheit. Auch der ÖPNV solle gestärkt werden, war das Credo aller Teilnehmer.

Im Blickpunkt war besonders der Innenstadtbereich innerhalb des Verkehrsringes, der vom Parksuchverkehr befreit werden solle und die Stadt durch weniger Autoverkehr an Lebensqualität gewinnt. Die Niederlande haben vor ca. 50 Jahren eine Verkehrswende eingeleitet und besitzen viele gestalterische Vorzeigprojekte, die es nachzuahmen gilt.

Eine Stimme aus dem Publikum forderte eine sofortige Optimierung der Fahrradwege durch für den Radler sinnvollere Ampelschaltungen, die bisher nur für den Autofahrer optimiert würden und die übrigen Verkehrsteilnehmer oftmals zu lange Wartezeiten beschert.

Kritik bieten auch die Neubauprojekte der Stadt Unna, die bisher sinnvolle Mobilitätskonzepte vermissen lassen.
Umstritten war bei den Teilnehmern das Verkehrskonzept für den neuen Grundschulbau, er lässt eine fahrradfreunliche sichere Zuwegung nicht erkennen.

Natürlich sind alle Projekte mit Kosten verbunden, die Fahrradwegeplanung mit einem Zielnetz liegt ca. 6 Jahre zurück. Und davon wurde bisher nichts realisiert.

Alle Bürgermeisterkandidatinnen und Kandidaten gehörten bisher nicht dem Rat der Stadt Unna an. Allgemeine Forderung war, endlich die Verkehrswende einzuleiten, die Umwelt durch weniger schädlicher Abgase und Lärmemissionen zu schützen.“

– Als Ergänzung unserer Redaktion: Der nicht anwesende CDU-Kandidat Dirk Wigant fordert in seinem Programm ein neues Mobilitätskonzept, das gleichberechtigt alle Verkehrsteilnehmer berücksichtigt und kein Verkehrsmittel einseitig bevorzugt oder benachteiligt.

Hier Fotos, alle c/o ADFC

Zur Podiumsdiskussion von „UNNA.braucht.EIS“ am Montag, 24. August, im Kleingartenvereinsheim Kastanienhain am Weidenweg hier zunächst unsere Eindrücke in Stichpunkten:

Dass sich bei einer öffentlichen Diskussion um die Eissporthalle alle Bewerber/innen um das Bürgermeisteramt für eine zügige Umsetzung des Bürgerentscheids aussprechen, ist zu erwarten, insofern waren diesbezüglich keine Kontroversen zu erwarten. Alle Kandidatinnen und Kandidaten betonten denn auch die Wichtigkeit, die Bürger mitzunehmen, bevor es zu solchen durchgreifenden Maßnahmen aus der Bevölkerung kommen muss. Das wollen alle acht, sollten sie Bürgermeister/in werden, ganz anders angehen.

Katja Schuon, SPD: „An Transparenz hat es gehapert. Das würde ich besser machen. Ich möchte Bürgerbeteiligung in jeder Form ausbauen.“

Dirk Wigant, CDU: “ Mein Ziel ist es, dass künftig keine Bürgerentscheide mehr stattfinden, sondern wir vorher klären, was der Bürgerwille ist. Das müssen wir viel früher bei den Menschen selbst erfragen. Das wird auch bei den Bürgern erst noch ein Umdenken erfordern. Denn wir haben das Phänomen, dass sich Menschen dann interessieren, wenn es sie ganz direkt angeht.“

Ingrid Kroll, Wir für Unna: „Die Umsetzung dauert jetzt schon viel zu lang. 1 Jahr und 3 Monate. Das geht absolut gar nicht. Rund 16.000 Bürger haben entschieden: Renoviert die Halle. Da gibt es keine Alternative. Wir sind gewählt worden, um die Bürger zu verteten. Das dauert alles viel zu lange.“

Frank Murmann, Freie Liste Unna (FLU): „Die FLU war eine der wenigen, die immer für den Erhalt waren. Ich sehe die Eishalle aus mittelständischer Sicht auch als Standortfaktor. Ich werde, sollte ich Bürgermeister werden, sofort die Gespräche mit UbE wieder aufnehmen. Man muss da Transparenz und Ruhe reinbringen.

Claudia Keuchel, B90/Grüne: „Wenn wir viel Geld investieren, sollten wir die Halle auch so gestalten, dass möglichst viele junge Menschen sie nutzen können, mit Indoor-Sportarten etc. Ich verbinde mit dieser Eishalle persönlich sehr viel, dort habe ich miti 14 Jahren mein erstes Extrabreit-Konzert gehört. Und Pommes in der Pistenbar sind mir auch ein Begriff.Ich wäre eher dafür, eine neue Halle zu bauen. Mit dem Bürgerentscheid wurde uns aber klar vorgegeben, dass wir die alte Halle zu sanieren haben. 2021 müssen wir das Ding kurz vor fertig haben.“

Frank Ellerkmann, FDP: „Dass wir im Stadtrat dagegen gestimmt haben, betrachte ich persönlich als Fehler, den ich sehr schmerzlich bereue. Mein Ziel ist jetzt, die Halle möglichst schnell auf sportliche Beine zu stellen. Die Eissporthalle hat in Unna Tradition, sie gehört zu Unna. Ich würde als Bürgermeister sofort nachhaken, wieso das so lange dauert, bevor sich die Fronten derart verhärten.“

Achim Megger, parteilos: „Keine Alternative, das Ding wird umgesetzt und möglichst schnell. Wenn ich Bürgermeister würde, könnte ich mir auch vorstellen, noch eine Saunalandschaft auf dem Gelände zu ergänzen.“

Jens-Ole Wilberg, parteilos: „Wir haben leider erpasst, etwas flexibler zu reagieren. Ich als Veranstaltungsmensch könnte mir vielfältige Nutzungsmöglichkeiten vorstellen, mit Sport, Klettern etc. Was man in der Folgezeit macht, ist aber offen. Erst einmal muss die Halle saniert werden, und zwar ohne weitere Verzögerungen. Dass die Leute in Unna – einer Kreisstadt – zum Eislaufen nach Bergkamen müssen, ist für mich ein Unding. Der Bürgerentscheid kam spät. Es ist vorher viel verpasst worden. Es ist schade, dass da Menschen und Ideen ausgeblutet werden. Es fehlt in der Stadt jemand, der Bock hat, das umzusetzen.“

Die Zusammenfassung von UbE:

„Alle acht Kandidatinnen und Kandidaten folgten der Einladung, um unter dem Titel „Kann man aus der Schnecke noch ein Rennpferd machen?“ über die wichtigen Themen „Eissporthalle“, „Bürgerentscheid“  und „direkte Demokratie“ zu diskutieren.

Es war eine rundum gelungene Veranstaltung, keiner der 50 Plätze blieb leer. Coronabedingt mussten sogar zahlreiche Interessierte abgewiesen werden, da die Abstandsregelungen ansonsten nicht hätten eingehalten werden können.

Die Diskussion wurde live auf die UbE Facebook Seite gestreamt. Der Beitrag hat insgesamt mehr als 7.000 Personen erreicht. Das zeigt deutlich das enorme und ungebrochene Interesse, dass das Schicksal der Eishalle Unna auch fast 1 1/2 Jahre nach dem erfolgreichen Bürgerentscheid bei zahllosen Unnaer Bürgerinnen und Bürgern weckt!
Aus Sicht von Unna.braucht.Eis besonders erfreulich: Alle Kandidatinnen und Kandidaten haben sich für die schnelle Sanierung der Eissporthalle ausgesprochen und die Gespräche mit UbE auf Augenhöhe wieder aufzunehmen.
So steht nach der Wahl einem schnellen Beginn der Sanierungsarbeiten wohl nichts mehr im Wege.

Bedanken möchten wir uns natürlich bei den Kandidatinnen und Kandidaten, bei dem Moderator Herr Christian Braatz, bei Frau Silvia Rinke vom Rundblick Unna als einzig anwesende Vertreterin der Presse, sowie natürlich dem Team von Herr Kunz vom Kleingartenverein Kastanienhain!“

Fotos von Rundblick Unna

Wir für Unna schlägt Corona-Testzentrum in der Eissporthalle vor

Archivbild der der Eissporthalle Unna. (Foto RB)

Um für steigende Fallzahlen gewappnet zu sein, plant der Kreis ein Corona-Testzentrum in der alten Kreissporthalle I einzurichten; wir berichteten.

Doch dort wird bisher noch trainiert.

„Wir für Unna“ hat deshalb eine andere Idee und sie auch schon beim Landrat eingereicht.

Denn Michael Weber, WfU-Ratskandidat und Vorsitzender des KJEC, weiß wie es sich anfühlt, wenn die sportliche Heimat von heute auf morgen verloren geht. Deshalb war für ihn sofort klar: Für die Unnaer Damenhandballerinnen und Volleyballer muss Solidarität gezeigt werden.

Das gilt auch für Wilhelm Ruck, ebenfalls Ratskandidat für WfU und Vorsitzender der Bürgerinitiative UNNA.braucht.EIS.

Gemeinsam haben Weber und Ruck daher einen Antrag an Landrat Makiolla formuliert, in dem sie vorschlagen, das geplante Corona-Testzentrum nicht in die Kreissporthalle zu verlegen, sondern in die Eissporthalle. Diese steht bekanntlich seit über zwei Jahren leer, wartet seit dem Bürgerentscheid im Mai 2019 auf Wiederbelebung.

Oberhalb der Haupttribüne sei genügend Platz, schreiben Weber und Ruck in ihrem Antrag, mit wenig Aufwand könne die Fläche hergerichtet werden. „In Absprache mit den Wirtschaftsbetrieben Unna und der Stadtverwaltung Unna sollte die Einrichtung eines benötigten Corona-Testzentrums möglich sein“, finden die WfU-Kandidaten.

Sie betonen: „Für die Damenhandballmannschaft, die den Sprung in die Dritte Liga geschafft hat, wäre es ein Desaster, aus der Kreissporthalle weichen zu müssen. Zudem wurde bereits ein Hygienekonzept für die Kreissporthalle erstellt. Jetzt für eine andere Halle wieder ein neues Hygienekonzept zu entwickeln sei ehrenamtlich nicht leistbar, konnte Weber zudem in Erfahrung bringen.

„Besondere Begebenheiten brauchen besondere Lösungen. Diese sollten für die Sportler und Ehrenamtler unbedingt umgesetzt werden“, unterstreicht Wilhelm Ruck.

Die Testungen könnten während der Renovierung der Eishalle weitergehen, ergänzen die Antragsteller.

Quelle: Pressemitteilung WfU

Podium mit Bürgermeisterkandidat/innen: UNNA.braucht.EIS meldet ausgebucht

Sieben von acht haben zugesagt.

Wahlkampf vor Publikum ist schwierig in Coronazeiten. Dennoch sollen die Kandidatinnen und Kandidaten fürs Unnaer Bürgermeisteramt live erlebbar sein.

Für die Podiumsdiskussion der Bürgerinitiative „UNNA.braucht.EIS“ am übernächsten Montag, 24. August, ab 19 Uhr im Vereinsheim des Kleingartenvereins Kastanienhain, Weidenweg 52, 59423 Unna

haben 7 der 8 Unnaer Bürgermeisterkandidatinnen und -kandidaten zugesagt, teilte die BI am Wochenende mit.

Demnach sind dabei: Frank Ellerkmann (FDP), Claudia Keuchel (Grüne), Ingrid Kroll (Wir für Unna), Frank Murmann (FLU),  Katja Schuon (SPD), Dirk Wigant (CDU) und Jens-Ole Wilberg (parteilos).

Am Samstagabend meldete die BI ausgebucht.

Die Eishallenretter schreiben zu ihrer Intention:

„Wie steht es um die direkte Demokratie in unserer Stadt? Haben die Unnaer Bürgerinnen und Bürger echten Einfluss auf das, was in ihrer Stadt geschieht? Oder sind dazu verdammt, als Zaungäste dem Treiben der Politik zuzuschauen?“

Als Moderator wird Christian Braatz von der Veranstaltungsagentur evento durch den Abend führen (http://www.evento-veranstaltungsagentur.de/Moderation/ChristianBraatz).

UNNA.braucht.EIS bittet Bürgermeisterkandidat/innen zur Podiumsdiskussion

Die Eishallenanhänger nach dem gewonnenen Bürgerentscheid am 26. Mai vorigen Jahres. (Archivbild RB)

Wahlkampf vor Publikum ist schwierig in Coronazeiten. Dennoch sollen die Kandidatinnen und Kandidaten fürs Unnaer Bürgermeisteramt live erlebbar sein: Erste Podiumsdiskussionen sind in Vorbereitung.

Die Bürgerinitiative „UNNA.braucht.EIS“ lädt ein, und zwar für Montag, 24. August, ab 19 Uhr in die Kleingartenanlage am Weidenweg. Der zunächst geplante Termin am 25. August war schon belegt – auch dann findet eine Bürgermeister/innendiskussion statt, und zwar vom Radclub ADFC organsiert.

Nun gibt es also zwei hintereinander.

Die bisher feststehenden Bewerberinnen und Bewerber:

Katja Schuon, SPD/ Foto Schuon
Dirk Wigant, CDU / Foto Wigant
Claudia Keuchel. (Foto: HP Keuchel)
Frank Murmann, FLU (Bild Murmann)
Frank Ellerkmann, FDP. (Foto RB)
Ingrid Kroll (Wir für Unna). (Foto: WfU)
Jens Ole Wilberg, Parteilos. (Foto c/o: Wilberg)

Thematisch ist das Verbal-Duell der bislang offiziell sieben Bewerber – drei Frauen, vier Männer – beim Gastgeber UNNA.braucht.EIS natürlich klar umrissen. So schreibt die Initiative denn auch:

„Am 26.05.19 haben knapp 60% der Bürgerinnen und Bürger (15451 Stimmen) für den Erhalt der Eissporthalle votiert. Fragt man 14 Monate später nach dem Stand der Umsetzung dieses Bürgervotums, so macht sich Ernüchterung breit.

Bestand in der Diskussion zwischen UNNA.braucht.EIS und der Stadtspitze anfangs noch die Hoffnung auf ein Fortkommen, so stellt sich heute der Eindruck ein, die Stadt tritt bei der Umsetzung des Bürgerentscheids komplett auf der Stelle.

Grund genug also zu fragen:

Wie steht es um die direkte Demokratie in unserer Stadt? Haben die Unnaer Bürgerinnen und Bürger echten Einfluss auf das, was in ihrer Stadt geschieht? Oder sind dazu verdammt, als Zaungäste dem Treiben der Politik zuzuschauen?

Diese und weitere Fragen möchten wir mit Ihnen im Rahmen einer Podiumsdiskussion unter dem Titel „Wohin geht die Reise? Lässt sich aus der Schnecke noch ein Rennpferd machen?“ diskutieren.“

Eingeladen sind die Kandidat/innen am 24.08.20 um 19 Uhr ins Vereinsheim des Kleingartenvereins Kastanienhain, Weidenweg 52, 59423 Unna

Als Moderator wird Christian Braatz von der Veranstaltungsagentur evento durch den Abend führen (http://www.evento-veranstaltungsagentur.de/Moderation/ChristianBraatz).

Wahlabend Eishalle NEUIn Anbetracht der aktuellen Situation ist aufgrund der einzuhaltenden Abstandsregelungen das Platzangebot begrenzt. Die Modalitäten für einen Besuch des Abends durch interessierte Bürgerinnen und Bürger werden in Kürze bekannt gegeben, so UbE.

„Schweigegeld gegenüber Aktivitäten der Verwaltung“ – Fraktionslose Ratsfrauen fahren in puncto Eishalle schwere Geschütze auf

Zum Verlauf der Ratssitzung am 14. Mai beim Tagesordnungspunkt „Eissporthalle“ erreichte uns eine folgende Stellungnahme der beiden fraktionslosen Ratsmitglieder Bärbel Risadelli und Ingrid Kroll:

„Bekanntlich erhalten die Mitglieder des Rates der Kreisstadt Unna eine monatliche Aufwandsentschädigung. In der ‚causa‘ Eissporthalle drängt sich jedoch manchmal der Eindruck auf, dass einzelne Mitglieder, vor allem der großen Fraktionen, diese Aufwandsentschädigung als Schweigegeld gegenüber den Aktivitäten der Verwaltung verstehen.

Jedes Ratsmitglied ist jedoch verpflichtet, sein Mandat im Sinne der Bürgerinnen und Bürger ernst zu nehmen. Dementsprechend sind sie verpflichtet, Anträge und Vorgehensweisen der Verwaltung intensiv zu hinterfragen und zu prüfen, diese nicht nur abzunicken. Dies beinhaltet zwangsläufig auch die Einholung externen Sachverstandes.

Die fraktionslosen Ratsmitglieder Kroll und Risadelli haben diese Möglichkeit wahrgenommen und die renommierte Kanzlei GKMP Pencereci in Bremen – Fachanwälte für Verwaltungs- und Vergaberecht- mit einer Stellungnahme zum ‚bbh- Gutachten‘ beauftragt.

Aufgrund dieser vergaberechtlichen Stellungnahme haben fünf fraktionslose Ratsmitglieder den schriftlichen Antrag an den Rat der Kreisstadt Unna gestellt, die Verwaltung mit dem Abschluss eines Dienstleistungskonzessionsvertrages zwischen dem KJEC und der WBU (deren Gesellschafterversammlung ist der Rat) zu beauftragen.

Eigentümlicherweise wurde dieser Antrag nicht im Rahmen des TOP ‚Eissporthalle‘ behandelt, sondern verschwand in der Tagesordnung der Ratssitzung vom 14. Mai nach den Mitteilungen der Verwaltung unter TOP 7.2 als ‚sonstige Mitteilung‘ und wurde weder diskutiert noch wurde darüber abgestimmt. Ein Schelm ist, wer Böses dabei denkt…. .

Allerdings beinhaltet die Mitteilungsvorlage 1807/20 ausdrücklich, dass grundsätzlich die Möglichkeit besteht, Sanierung und Betrieb der Eissporthalle vergaberechtlich zu trennen.

Dies bekräftigt auch der Vergaberechtler Pencereci: „Die Möglichkeit, den KJEC durch die WBU mit dem Betrieb und ggf. Umbau der Eissporthalle zu ermächtigen, kann, muss aber nicht dem Vergaberecht unterfallen. Es spricht vieles dafür, dass es sich hier maximal um eine Bau- bzw. Dienstleistungskonzession handelt, für die ein ‚Vergaberecht light‘ gilt.

Steht von vornherein fest, dass es keine anderen Bewerber um den Betrieb der Halle gibt, kann auch von einem Verfahren umfangreicher Art abgesehen werden“. Diesbezüglich gibt es von der EU genehmigte Präzedenzfälle, beispielsweise die Galopprennbahn in Leipzig.“

Zudem bekräftigt auch Dr. Heiner Peschers vom IFS (Institut für Sportstättenberatung), das analoge Modelle für die Sportinfrastruktur denkbar sind, in denen der öffentliche Auftraggeber nur eine marginale Rolle ausübt. Diesbezüglich existiert eine große Zahl von Betreibermodellen für die Sportinfrastruktur. Beispielsweise betreiben und vermarkten Großvereine große Sportanlagen, die sie von der jeweiligen Kommune übernehmen und mit kommunaler Hilfe erweitern und sanieren, so im Fußballbereich. Desweiteren übernehmen Kleinvereine Sportanlage und erhalten pauschale Zuschüsse für deren Betrieb.

Bislang haben wir, so Bärbel Risadelli und Ingrid Kroll, seitens der Verwaltung immer nur gehört, was nicht geht. Der Auftrag durch den Bürgerentscheid, eine rechtskonforme Lösung für den Erhalt der Eissporthalle sowie dessen Betriebes durch den KJEC zu finden, wurde bislang nicht erfüllt. Vielmehr tauchen wie aus dem Nichts immer wieder neue Hürden auf, um den Bürgerentscheid nicht umsetzen zu müssen.

Den Bürgerinnen und Bürgern ist es daher kaum möglich, zu erklären, dass bei dieser Vorgehensweise keine ‚Bummelei‘ vorliegt.

„Bereits am 28. Juni 2018 habe ich mich sehr deutlich für den Erhalt der Eissporthalle stark gemacht“,  sagt Risadelli. „Es ist eine Schande, dass die Umsetzung des Bürgerentscheides immer noch nicht erfolgt ist.“ – „Mit Blick auf die erheblich gestiegenen Sanierungskosten der Stadthalle ist das Unverständnis in der Bürgerschaft noch größer“, ergänzt Ingrid Kroll – dort werden Millionenbeträge einfach durchgewunken.

Bekanntlich gibt es in ‚Unna braucht Eis‘ ein Team, dass dieses Projekt intensiv vorantreibt. Was seitens der Verwaltung jedoch fehlt, sind die unterstützenden Entscheidungen, eine gute Beratung, ausgewogene Risikoverteilung sowie Aktivitäten für den Fortschritt des Projektes. Anscheinend soll dies in die nächste Ratsperiode sowie die Amtszeit des/der neuen Bürgermeisters/in geschoben werden. Offen bleibt daher auch die Frage, ob sich die Verwaltung mit dem Ziel der Umsetzung des Bürgerentscheides immer von den richtigen Stellen hat beraten lassen.“

Bärbel Risadelli, Ingrid Kroll

Fraktionslose Ratsvertreterinnen im Rat der Kreisstadt Unna

Unna.braucht.Eis kontert Grüne: Keine Verkleinerung der Eisfläche – Ganzjahresbetrieb zentral

Zum aktuellen Vorstoß der Unnaer Grünen, die Eisfläche in der Eissporthalle bei einem Neubetrieb deutlich zu verkleinern und aus Klimaschutzgründen Eissport nur noch im Winter zu betreiben, schreibt Wilhelm Ruck von „Unna.braucht.Eis” folgende Stellungnahme:

Er schrieb am Sonntagabend:

„Wir sehen an verschiedenen Stellen durchaus Verhandlungspotenzial. Insbesondere die Ausführungen zu den Outdoor-Sportanlagen finden ohne weiteres unsere Zustimmung.

Einer Verkleinerung der Eisflächen stehen wir allerdings ganz klar ablehnend gegenüber, da einerseits in diesem Fall kein Wettkampfbetrieb möglich wäre und andererseits dies offenkundig sowohl dem eindeutigen Wortlaut als auch dem Sinn des Bürgerentscheids zuwiderlaufen würde.

Man sollte aufhören, zu versuchen, den erklärten Willen der Bürgerschaft zu unterlaufen uns sich kompromisslos der Umsetzung des Bürgerentscheids zuwenden. Es geht hier um den Erhalt des Eissports in Unna und um eine preiswerte Freizeitbeschäftigung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Darüber hinaus ist es unsere Idee, zusätzliche Dinge anzubieten. Durch eine eventuelle Verkleinerung der Tribüne(Vorschlag von UbE) könnten zusätzliche Räume für andere Vereine entstehen.

Die Ausführungen zu den ökonomischen und ökologischen Aspekten der Halle sind leider zu pauschaliert, um sich damit konkret auseinander zu setzen. Unseres Erachtens gäbe es hier interessante technische Lösungen, um insbesondere die Umwelt- und Klimabilanz der Halle zu optimieren. Setzen wir etwa zur Deckung der benötigten Primärenergie konsequent auf ein BHKW um aus Abwärme der Kühlanlage Stom zu gewinnen, Öko-Strom / Photovoltaik und Energierückgewinnung, so ließe sich der ökologische Fußabdruck bereits entscheidend verbessern.

Der Ganzjahresbetrieb ist ein entscheidener Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Eishallen in der Region. Dadurch ist der Betrieb wirtschaftlicher, und zusätzliche Zuschüsse von der Stadt sind nicht notwendig!“

Wilhelm Ruck

Unna.braucht.Eis (UbE)

Unna braucht Eis – aber nur im Winter: Grüne: Wenn schon so teure Halle, dann für alle

„Wenn die Stadt Unna schon so viel Geld in die Hand nehmen muss“, dann sollten auch möglchst viele, am besten alle, etwas davon haben – finden Unnas Grüne. Sie werfen einen neuerlichen Vorschlag in puncto Eishallensanierung in die Diskussion.

Eissport ja – aber nur im Winter, auf einer kleinen Fläche. In Kombination damit soll die Halle als Freizeitsporthalle genutzt werden.

In einer Pressemitteilung vom Freitag (22. Mai) führen die Grünen, die erklärte Gegner des Eishallenerhalts waren, ihren Vorschlag aus:

„Der Bürgerentscheid hat sich für den Erhalt der Eissporthalle ausgesprochen. Als Argument diente u.a. ein wichtiges Angebot für Jugendliche in Unna-Königsborn erhalten zu wollen. Diesen Ansatz greifen wir auf, denn wenn die Stadt Unna schon so viel Geld in die Hand nehmen muss, um die Halle zu sanieren, sollten auch möglichst viele (junge) Menschen im Stadtteil und darüber hinaus dort ein sportliches Angebot finden – das kann nur im Interesse der Unnaer Bürger/innen sein.

Anders lässt sich so eine hohe Investition gegenüber allen anderen hiesigen Sportvereinen, die sich ebenfalls mit viel Herzblut ehrenamtlich im Breitensport engagieren, nicht vermitteln. Auch hier gibt es immer wieder Bedarf für Erhalt und Ausbau von Sportanlagen- das darf deswegen nicht zu kurz kommen!

Aus ökologischen und ökonomischen Gründen würden wir es präferieren, wenn der Eisbetrieb nur in der Winterzeit liefe und eine Eisfläche in der Größe gebaut würde, die einen vertretbaren wirtschaftlichen Betrieb des Eissports zulässt.

Damit bliebe reichlich Fläche für ein breites Angebot, das – so wie wir den ursprünglichen Antrag von UbE verstanden haben – den Freizeitwünschen der Jugendlichen entspricht.

Das große Platzangebot der Halle könnte für weitere Indoor-Sportangebote wie etwa eine Boulderwand, Parkourelemente oder Trainingsflächen für moderne Bewegungskunst z. B. Tricking oder Streetartistik genutzt und mit dem Eissport kombiniert werden. (Zur Inspiration: https://openspace.ruhr ).

Diese Sportarten liegen voll im Trend und werden von den hiesigen Sportvereinen nicht angeboten.

Außerdem könnte z. B. der Tribünenbereich abgetrennt werden, was wiederum energetische Vorteile für Heizung / Kühlung mit sich bringt.

Eine stadtteilorientierte Jugendarbeit mit der Öffnung in den Stadtteil Königsborn mit seinem Schulzentrum Nord und dem Bildungscampus ist ein sinnvoller Schwerpunkt, den es zu entwickeln gilt.

Der Bereich zwischen Eissport- und Schwimmhalle bietet sich an, dass beide Fassaden geöffnet werden und in Kombination mit Outdoorsportanlagen (Kletterwand, Bolzplatz, Basketballanlage) für den zukünftigen Stadtteil zu einem wohnwerterhöhenden Freizeitbereich zu werden.

Hier können wir uns vorstellen, dass ein Modell für neuen geförderten Wohnungsbau geschaffen werden kann, in dem nicht nur eine klimaneutrale und ökologische Bebauung, sondern auch eine gesunde Durchmischung der Lebensbereiche der Bewohner/innen ein Vorzeigeprojekt für Unna werden könnte.

Wenn also jetzt der Schritt getan wird, den Bürgerentscheid umzusetzen und gleichzeitig ein übergreifendes Freizeitangebot in ein städtebauliches und sozialpolitisches Gesamtkonzept in Königsborn zu integrieren, können wir das nur begrüßen.“

https://www.gruene-unna.de/

Unna.braucht.Eis zieht Ratssitzungs-Bilanz: „Die Abnicker – Chance vertan!“

Ungewohnter Ort für eine Ratssitzung, dem Corona-Krisenmodus geschuldet: die Stadthalle Unna als Ratssaal am Abend des 14. Mai. (Foto RB Unna)

„Die Abnicker – Chance vertan!“

Mit dem derzeitigen Rat und der derzeitigen Stadtspitze ist keine Zusammenarbeit mehr möglich – diese Überzeugung sah die Bürgerinitiative „Unna.braucht.Eis“ in der ersten Ratssitzung seit der monatelangen Coronapause leidlich bestätigt.

Hier ein Resümee der BI, die die Ratssitzung in der Stadthalle am Donnerstag (14. 5.) mit einer kleinen Abordnung auf der Tribüne verfolgte.

„Einer der wenigen Vorteile der aktuellen Entwicklung und insbesondere der Ratssitzung vom vergangenen Donnerstag ist, dass wir uns seitens UNNA.braucht.EIS (UbE) nunmehr sehr freimütig äußern können und keine Rücksicht mehr auf etwaige Befindlichkeiten auf Seiten der Stadtspitze nehmen müssen.

Das ursprüngliche Konzept von UbE für Erhalt und Sanierung der Eissporthalle ist zunächst vom Tisch und die Zusammenarbeit mit der Stadt ist offiziell beendet. Wobei man fragen könnte: Hat es sie eigentlich jemals gegeben?

War die vermeintliche Zusammenarbeit mit UbE am Ende nur ein Schachzug, um die Bürger/innen, die dem Erhalt der Eissporthalle im Rahmen des Bürgerentscheids ihre Stimme gegeben haben, ruhig zu stellen? Ist es glaubhaft, dass der Stadtspitze ungefähr ein Jahr nach dem Bürgerentscheid plötzlich einfällt, dass es ja ein Vergabe- und Beihilferecht gibt, was man in dieser Form gar nicht auf dem Schirm hatte?

Herr Kolter hat über Monate hinweg ausdrücklich betont, dass das Konzept von UbE der einzig gangbare Weg sei, um den Bürgerentscheid umzusetzen. Wurde UbE dann irgendwann zu unbequem, weil wir auf eine zügige Umsetzung des Bürgerentscheids gedrängt haben? Weil wir als Gegenpart zur trägen Verwaltungsspitze versucht haben, die Dinge zur forcieren?

Egal, woran es lag, die Stadt kam plötzlich auf die Idee, die Zusammenarbeit mit UbE in Frage zu stellen. Wobei man dort noch nicht einmal den Mumm hatte, diesen Schritt selbst zu gehen, sondern man bediente sich einer Anwaltskanzlei als Überbringer der schlechten Nachricht. Diese kam zu dem Ergebnis, dass eine weitere Zusammenarbeit mit UbE aus Rechtsgründen kritisch zu sehen ist.

Spätestens in diesem Moment war klar: Eine Zusammenarbeit mit UbE war nie ernsthaft gewollt. Mit dem Anwaltsgutachten hatte man eine bequeme Möglichkeit gefunden, sich der einzig  kritischen „Kontrollinstanz“ zu entledigen.

Dass aber gerade die Causa „Eishalle“ dringendst einer engmaschigen Kontrolle bedarf, ist angesichts der massiven Fehlentwicklungen der letzten Monate nicht mehr zu bestreiten. Zur Erinnerung: Am 26.05. jährt sich der Bürgerentscheid das erste Mal! Was ist seitdem eigentlich passiert? Welche Fortschritte wurden erzielt? Welche Sanierungsmaßnahmen sind bereits durchgeführt, welche zumindest konkret geplant?

Die Antwort ist ebenso ernüchternd, wie erschreckend. Nichts ist passiert.

Zugegeben: Es wurden einige Gutachter- und Beraterleistungen vergeben. Mehr aber auch nicht. 365 Tage sind ins Land gegangen und in der Eishalle es ist nicht einmal eine einzige Schraube nachgezogen worden.

In dieser Situation, in der die städtische Verschleppungs- und Hinhaltetaktik jeden auch nur halbwegs aufmerksamen Beobachter förmlich aufdrängen muss, stellt sich Herr Bürgermeister Kolter in der Ratssitzung hin und erklärt wörtlich, er wolle „generell nicht auf die Vorwürfe eingehen“.

Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Der Bürgermeister will sich nicht dazu äußern, warum die Verwaltung, deren Chef er ja bekanntlich ist, es nicht zu Wege bringen kann oder will, die Eishalle in einen transparenten und zügigen Verfahren zu sanieren und damit den basisdemokratisch geäußerten Bürgerwillen (Bürgerentscheid) umzusetzen! Ein ungeheuerlicher Vorgang!

Absolut unverständlich ist, dass weite Teile des Rates diese Haltung des Bürgermeisters klaglos akzeptieren. Nun gut, dass vom Rat in dieser Hinsicht nicht sonderlich viel zu erwarten sein würde, war vermutlich von vornherein klar. Abgesehen natürlich von salbungsvollen Worten betreffend die Wichtigkeit der Umsetzung des Bürgerentscheids und das hohe Gut der direkten Demokratie.

Worte sind billig. Die Ratsleute sind auf Spur und winken lapidar durch, was Bürgermeister Kolter ihnen vorlegt.

Kritische Nachfragen? Fehlanzeige. Stattdessen verkünden SPD und CDU in der Ratssitzung unisono, dass eine „Verteuerung und Verschleppung“ nicht erkennbar sei.

Man muss schon schlimm an Realitätsflucht leiden, um sich so zu äußern, wenn doch bekannt ist, dass in dem einen Jahr, das seit dem Bürgerentscheid vergangen ist, keine wesentlichen Schritte zur Sanierung oder Instandsetzung erfolgt sind. Und dies trotz der Zusage von Herrn Kolter, wonach die Umsetzung des Bürgerentscheids ausdrücklich „höchste Priorität“ genießt.

Man möchte sich nicht vorstellen, welchen Zeithorizont man in Unna für Projekte veranschlagen muss, die diese „höchste Priorität“ nicht genießen. Oder war das am Ende gar nicht ernst gemeint?

Von den Ratsleuten hatten wir uns erhofft, dass sie die Vorlage der Verwaltung dezidiert hinterfragen. Tatsächlich reichte es leider wieder einmal nur für einige süffisante Seitenhiebe in Richtung UbE und das übliche inhaltslose Possenspiel, wie es die Unnaer Bürgerinnen und Bürger seit Jahren mit ansehen müssen.

Da präsentiert Herr Toschläger alternative Fakten und Herr König (SPD) gibt im Rat den Geschichtenonkel. Wozu braucht es eigentlich einen politischen Debattenraum, wenn es keine Meinungsvielfalt und keine Diskussion gibt? Mitdenken und mitgestalten wäre angesagt gewesen.

Stattdessen erleben wir einmal mehr eine weitgehend homogene Masse an Abnickern ohne Mut und Gestaltungswillen, die angesichts der vermeintlichen Komplexität der Sache angeblich nicht anders können, als die Vorlage pflichtschuldig durchzuwinken.

„Wir können es halt nicht beurteilen und müssen deshalb dem Vorschlag der Verwaltung folgen.“

So lautet sinngemäß das gängige Narrativ, dass zur Entschuldigung vorgebracht wird. So leicht sollten wir unsere gewählten Vertreter aber nicht aus ihrer Verantwortung entlassen! Die Ratsleute hatten genug Gelegenheit, sich mit der Problematik kritisch auseinanderzusetzen. Diese haben sie – von einigen fraktionslosen Ratsmitgliedern, der FLU und den Vertretern der Linken abgesehen – ungenutzt verstreichen lassen.

Bemerkenswert ist einmal mehr der Umstand, dass kein (!) Ratsmitglied der Fraktionen von SPD und CDU sich persönlich bei uns zurückgemeldet hat, geschweige denn die Inhalte mit uns diskutiert oder hinterfragt hätte. Man muss sich eher schon fragen, ob die persönlich adressierten Briefe überhaupt gelesen wurden.

Herr Fröhlich nannte die Briefe „nicht schön“ (was auch immer dies bedeutet) und zitierte dann auch noch inhaltlich falsch. Insbesondere der zweite Brief war eine versöhnliche Brücke, um wieder an den Verhandlungstisch kommen zu können und einer preisbewussten und bürgernahen Lösung eine Chance zu geben!

CHANCE LEIDER VERTAN!“

Bürgerinitiative „Unna.braucht.Eis“ (UbE)