FLU: Eishallen-Neubau mit Mehrzwecknutzung für Jugendangebote prüfen

Archivbild der der Eissporthalle Unna. (Foto RB)

„Sollte sich … herausstellen, dass die Sanierung der Halle am Bergenkamp tatsächlich ökonomisch völlig unvertretbar und unverhältnismäßig ist, sollte ernsthaft in Erwägung gezogen werden, an anderer geeigneter Stelle im Innenstadtbereich einen Neubau als Ersatzfür die Halle am Bergenkamp zu denken und zu planen. Dieser könnte durchaus räumlich kleiner ausfallen und zusätzlich als Mehrzweckhalle dazu geeignet sein, neben dem Eissport auch andere Freizeitaktivitäten, insbesondere für Kinder und Jugendliche, zu ermöglichen.“

Die Freie Liste Unna prescht vor.

Nachdem die Stadtverwaltung am Donnerstag im Haupt- und Finanzausschuss Sanierungsszenarien für die Eissporthalle vorgestellt hatte, die mit Nettokosten von 10 Mio. Euro aufwärts und mindestens 1,4 Mio. Euro Jahreszuschuss beziffert sind, stellte die FLU am Samstag (24. April) den Antrag: Lasst uns die Sache neu denken.

Fraktionsvorsitzender Klaus Göldner bringt eine Neubauvariante ins Spiel.

Klaus Göldner, FLU. (Foto Göldner)

Wörtlich heißt es im Antrag der FLU:

„Die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt waren am 26. Mai 2019 aufgerufen, im Rahmen eines formalen Bürgerentscheides über die Zukunft der Eissporthalle zu entscheiden.

Vorangegangen waren jahrelange kontroverse Diskussionen im politischen Raum und in der Unnaer Bürgerschaft darüber, wie mit dem mittlerweile maroden Gebäude aus den 70er Jahren umgegangen werden solle. Es wurden Initiativen gegründet, die sich die Rettung der Eishalle zum Ziel setzten. Zur Vorbereitung des Bürgerentscheides wurde von der Kreisstadt Unna eine umfangreiche Informationsbroschüre aufgelegt, in der allen im Rat vertretenen politischen Kräften die Möglichkeit eingeräumt wurde, ihre Haltung zum Thema schriftlich zu dokumentieren.

In einem von der Stadt zuvor beauftragten Gutachten wurden die Kosten für die Sanierung der Halle auf ca. 8,5 Mio. Euro veranschlagt.

Die Höhe dieser Schätzung wurde schon damals in den Reihen der Eishallenbefürworter für maßlos übertrieben angesehen und als Indiz dafür gewertet, dass man das Projekt seitens der Stadt über dieses Gutachten „abwickeln“ wollte. Die Befürworter legten alternative Pläne vor, die die Rettung der Halle für weniger als die Hälfte der veranschlagten Summe ermöglichen sollten.

Die „Linke“ und die Fraktion „Freie Liste Unna“ (FLU) begründeten in ihrer schriftlichen Stellungnahme die Absicht, für das Sanierungsprojekt einstehen zu wollen. SPD, CDU, Grüne und FDP sprachen sich ausdrücklich gegen den Erhalt der Eissporthalle aus. Dies jedoch erst, nachdem man den Befürwortern durch einen zuvor zugesicherten Aufschub der Abrissmaßnahmen neue Hoffnung gemacht hatte.  

Vor diesem Hintergrund führte die Abstimmung der Unnaer Bürgerschaft zu einem klaren und eindeutigen Votum für die Sanierung der Eissporthalle. Vermutlich nur wenige Bürgerinnen und Bürger wissen:

Bereits am 26. Mai dieses Jahres läuft die Bindungswirkung des Bürgerentscheides gemäß der Gemeindeordnung NRW ab. Er kann danach jederzeit durch einen normalen Ratsbeschluss mit einfacher Mehrheit geändert oder sogar gänzlich aufgehoben werden (siehe § 26 GO NRW). 

Mit Schreiben vom 29.05.2019, also drei Tage nach dem Bürgerentscheid, stellte die FLU einen Fraktionsantrag zur organisatorischen Umsetzung des Bürgerentscheides.

Aufgrund der finanziellen Dimension der zu bewältigenden Aufgabe, der unbedingt erforderlichen Transparenz und der Verantwortlichkeit im Rahmen hierzu notwendiger Beschlüsse forderte die FLU die Rückführung der Eissporthalle aus dem „Schattenhaushalt“ der Wirtschaftsbetriebe in den öffentlichen Kernhaushalt der Kreisstadt Unna.

Dieser Antrag ist seit nunmehr fast 2 Jahren nicht beraten worden und in keiner „Resteliste“ aufgeführt. Interessant, dass diese Notwendigkeit jetzt aktuell auch von der Stadtverwaltung erkannt wird.

In der offiziellen Broschüre der Stadtverwaltung vom Mai 2019 ist folgende Stellungnahme der FLU dokumentiert:  

„Sollte sich jedoch nach positivem Entscheid und ernsthaftem Umsetzen des Bürgerwillens herausstellen, dass die Sanierung der Halle am Bergenkamp tatsächlich ökonomisch völlig unvertretbar und unverhältnismäßig ist, sollte ernsthaft in Erwägung gezogen werden, an anderer geeigneter Stelle im Innenstadtbereich, einen Neubau als Ersatz für die Halle am Bergenkamp zu denken und zu planen. Dieser könnte durchaus räumlich kleiner ausfallen und zusätzlich als Mehrzweckhalle dazu geeignet sein, neben dem Eissport auch andere Freizeitaktivitäten, insbesondere für Kinder und Jugendliche, zu ermöglichen.

Ein solches Konzept könnte durchaus auch für Investoren attraktiv sein. Der Standort Bergenkamp könnte aufgegeben und anderweitig ökonomisch sinnvoll genutzt werden. Die FLU wird gegebenenfalls einen entsprechenden Antrag im Rat stellen.“

Dieses Szenario dürfte nach Vorstellung der verschiedenen Sanierungsvarianten der Verwaltung und weiterer externer Gutachter vom vergangenen Donnerstag (22.04.) erreicht sein.

Könnte man die Eissporthalle mit relativ überschaubaren Mitteln wieder nutzbar machen, wäre das im Sinne der Bürgerinnen und Bürger, die genau dieses vor zwei Jahren entschieden haben. Sanierungskosten von möglicherweise 15 Mio. Euro oder mehr könnten für die Ertüchtigung einer 50 Jahre alten Halle durchaus als unangemessen angesehen werden. 

Derzeit zum Covid-Schnelltestzentrum umgemodelt: die Eissporthalle Unna. (Foto RB)

Im Juni 2019 besuchte ich mit einer Delegation des Unnaer Rates die Partnerstadt Ajka in Ungarn. Der Fraktionsvorsitzende der CDU, Herr Fröhlich, gehörte ebenfalls zu den Delegationsmitgliedern. Ungarn ist EU-Mitglied. EU-Vorschriften und Standards gelten selbstverständlich auch dort.

Man stellte uns in dieser Stadt mit ca. 28.000 Einwohnern ein Projekt vor, welches uns staunen ließ.

Man baute dort eine neue Eissporthalle mit 1.500 Zuschauerplätzen nach den neuesten technischen Erkenntnissen für eine veranschlagte Gesamtinvestitionssumme von ca. 4,5 Mio. Euro.

Die Verantwortlichen für dieses Bauprojekt boten der Partnerstadt Unna gerne ihre Unterstützung an, als wir von unserer Halle in Unna berichteten.

Angesichts der bereits vor der Corona Krise angespannten finanziellen Lage der Kreisstadt Unna, die sich vermutlich in absehbarer Zeit nicht wesentlich verbessern dürfte, muss nach Kenntnis der vorgestellten Sanierungsalternativen für die Eissporthalle

… unbedingt eine weitere Variante, nämlich ein alternativer Neubau am Altstandort oder einer anderen zentralen Freifläche geprüft werden.“

Die Kosten für ein Neuprojekt werden sich möglicherweise schneller und einfacher ermitteln lassen als die für eine komplizierte Sanierung eines maroden Altbaus, zumal auch die Weiterplanung am Bestandsbau nach Angaben der Verwaltung auch noch Monate in Anspruch nehmen würde. 

Wenn eine seriöse Schätzung vorliegt, sollte entschieden werden, welcher Variante der Vorzug zu geben ist.

Bleibt zu hoffen, dass die politischen Kräfte dieser Stadt, die ihre Sympathie für den Eissport erst nach dem erfolgreichen Bürgerbegehren entdeckt haben, ihre Meinung nach Ablauf der Bindungsfrist nicht erneut ändern und dann per neuem Ratsbeschluss das Ende des Eissports in Unna einzuläuten versuchen. 

Die FLU beantragt hiermit die Erweiterung der vorgestellten Sanierungsvarianten um eine solide Kostenschätzung für einen vergleichbaren Neubau am Altstandort oder an einer noch nicht festgelegten innenstadtnahen Freifläche.

Quelle: Rundblick Unna

Szenarien für Unnas Eishalle: Sanierung ab 10 Mio., Zuschuss 1,5 Mio. – „Dieses Jahr keine Bagger“

Derzeit zum Covid-Schnelltestzentrum umgemodelt: die Eissporthalle Unna. (Foto RB)

Mindestens 10 Millionen Euro Netto (Spielräume nach oben großzügig offen) und 12,5 Millionen Euro brutto wird eine Wiederertüchtigung der Unnaer Eissporthalle kosten, damit ihr Weiterbetrieb für die nächsten 25 bis 30 Jahre gewährleistet ist. Jährlicher Zuschussbedarf: 1,4 bis 1,5 Millionen Euro Netto.

Baustart? Ungewiss. „Ich sehe dieses Jahr keinen Bagger“, sagte Unnas 1. Beigeordneter Jens Toschläger.

Er sagte noch mehr – etwa: „Fördergelder zu bekommen ist sehr ungewiss.“ Oder: „Diese Halle, egal was wir tun, ist weit weg von irgendeinem wirtschaftlichen Betrieb.“ Gleichwohl: Entscheiden muss die Politik vor den Sommerferien. Das sagte Bürgermeister Dirk Wigant (CDU). Am 12. Juli soll ein Beschluss her.

„Wir waren nicht untätig“, wehrte Wigant eingangs der Vorstellung der Eishallen-Szenarien oftmals erhobene Vorwürfe ab. Angesichts des daumendicken Zahlenwerks, das er und seine Verwaltungsmannschaft am Donnerstag (22. 4.) in der Stadthalle präsentierten, mochte man dem durchaus zustimmen.

„Mögliche Szenarien zum Wiederbetrieb der Eissporthalle“ hat die Verwaltung die Expertise überschrieben, mit welcher sie zuerst vorab die Presse und anschließend die politischen Fraktionen im Haupt- und Finanzausschuss konfrontierte.

Zugelassene Besucher reduzierten sich coronabedingt auf 18, weshalb die Präsentation der möglichen Szenarien live aus der Stadthalle gestreamt wurde. Für die Presse galt Sperrfrist bis 19 Uhr.

Dem Hauptausschuss vorgeschaltete Pressekonferenz zum Wiederbetrieb der Eissporthalle: Beigeordneter Jens Toschläger, Kämmerer Achim Thomae, Bürgermeister Dirk Wigant, Beigeordnete Kerstin Heidler (v. li.). Foto RB

Einen „Wust von Variationen“ habe man vorab geprüft, erklärte Toschläger im mehr als einstündigen Presse-Briefing. Variationen für die rechtlich-orgaisatorischen, baulichen und nicht zuletzt die finanziellen Aspekte.

Betreibt die Stadt die Halle? Oder betreibt die WBU (Wirtschaftsbetriebe)? Nur ein Punkt im Wust, der laut Kämmerer Achim Thomae zu klären wäre; wobei er die „Kernkompetenz“ der Stadtverwaltung nicht darin sieht, Eishallen zu betreiben, insofern tendiere man da eher zur WBU.

Von den 5 vorgestellten Varianten für eine „neue“ Unnaer Eishalle bezeichnete Toschläger die erste als „Kuchnia-Variante“, da sie praktisch das Modell unter der früheren Pächterfamilie Kuchnis wieder aufgreift: Eine große Eisfläche und eine kleine Eisfläche, geöffnet von September bis April. Zuschussbedarf pro Jahr: 1,4 Mio. Euro.

  • Variante 2 verbindet eine große Eisfläche von September bis April mit einer kleinen Fläche für andere Nutzungen (ganzjährig),
  • in Variante 3 ist die kleine Fläche aus Synthetikeis,
  • in Variante 4 gibt es eine kleine und eine große Fläche Synthetikeis (ganzjährig) plus Echteis (Herbst/Winter)
  • und in einem 5. Vorschlag Echt- plus Synthetikeis beides ganzjährig. Wenig überraschend, dass diese Variante auch die teuerste ist (1,5 Mio. im Jahr).

Der Zustand der Eispisten ist laut Toschläger „kritisch“. Die Eiserzeugung muss ebenfalls komplett erneutert werden. Ob es Fördergeld gibt, sei fraglich. Beim ersten Antrag kam die Stadt nicht zum Zuge. Das Geld floss z. B. nach Selm.

„Diese Halle, egal, was wir tun, ist weit weg von irgendeinem wirtschaftlichen Betrieb.“

(Erster Beigeordneter Jens Toschläger.)

Die Kostenschätzung der Stadt für die Sanierung geht von 10 Millionen Euro im Minimum aus. Nloch nicht einschlossen sind unvorhergesehene Kostensteigerungen und allerlei Eventualitäten, für die man bei einer Altbausanierung gewappnet sein muss.

Toschläger warnte:

„Die Halle wird immer Baujahr 1976 sein. Und sie wird deshalb immer kritisch zu betreiben sein.“

Problematisch sieht der Technische Beigeordnete auch die sommerliche Nutzung jenseits von Eissport. Rundum sei Wohnbebauung – Thema Lärm. „Da kann man nicht bis 3 Uhr Remmidemmi machen.“

Und die Wohnbebauung, die Kosten refinanzieren soll, sei, so Toschläger, auf dem Grundstück ebenfalls nur begrenzt möglich:

„Dort stehen alte Bäume mit Ästen bis auf den Boden. Die können – und wollen! – wir ja nicht fällen!“

Und die Parkplätze müssten bleiben, Stichwort Bauvorschriften und auch notwendige Parkplätze für die Besucher der benachbarten Schwimmsporthalle.

Der zur Pressekonferenz kurz zugeschaltete Architekt Philip Keinemann erläuterte dann noch, dass künftig nur noch 1000 Besucher gleichzeitig in der Halle zulässig sind (vorher 4400). Viel Platz wird wegen der nötigen Umbauten und Sanierungen für die Tribüne fehlen.

Auf die Frage eines WDR-Kollegen, wann denn dann konkret die Bagger rollen würden, sagte Jens Toschläger:

„Ich sehe dieses Jahr keine Bagger.“

Bis zu den Sommerferien, schloss Bürgermeister Wigant, müsse die Politik indes für einen der Varianten eine Entscheidung fällen.

Die Umsetzungsfrist für den Eishallen-Bürgerentscheid endet am 26. Mai 2022. Danach ist der Entscheid für den Rat nicht mehr bindend. Ein neuer Bürgerentscheid kann frühestens zwei Jahre später wieder angestrengt werden.

Draußen vor der Halle stellten Mitglieder der Initiative „Unna.braucht.Eis“ Plakate auf.

Pressemitteilung der Stadt vom Abend:

„Um den Weiterbetrieb der Eissporthalle in den nächsten 25 bis 30 Jahren grundsätzlich gewährleisten zu können, haben die Fachverwaltung der Stadt Unna und externe Experten mögliche Szenarien für die Sanierung skizziert.

Im Ergebnis würden sich die Kosten für eine Sanierung der Eisporthalle auf rund 12,5 Millionen Euro brutto (10,5 Millionen Euro netto) belaufen. Hinzu kommt ein pro Jahr prognostizierter Zuschuss für den Betrieb der Eishalle zwischen 1,6 Millionen Euro brutto (1,4 Millionen Euro netto) und 1,78 Millionen Euro brutto (1,5 Millionen Euro netto).

Grundlage dieser Berechnungen sind unterschiedliche Varianten und Szenarien, bei denen jeweils die Stadt Unna als BgA (Betrieb gewerblicher Art) oder die Wirtschaftsbetriebe Unna (WBU) den Bau und den Betrieb der Eissporthalle übernehmen.
Die Prüfung gliederte sich dabei in die drei Themenfelder: rechtlicher / organisatorischer Teil, baulicher / technischer Teil und Wirtschaftlichkeitsuntersuchung / Kosten des laufenden Betriebes. Bei dieser Prüfung sind jeweils die Stadt Unna oder die Wirtschaftsbetriebe Unna als künftiger Träger der Eissporthalle zu Grunde gelegt worden.

Im Ergebnis der rechtlichen und organisatorischen Prüfung zahlreicher Varianten sind aus wirtschaftlichen Gründen zwei Varianten übrig geblieben.

Bei der baulichen und technischen Prüfung scheidet eine direkte Kühlung der großen und kleinen Eisfläche mittels Ammoniak ebenfalls aus wirtschaftlichen Gründen als mögliche Alternativen aus. Zu hohe Investitionskosten durch den Austausch des kompletten Kühlrohrsystems und ein deutlich höherer Strombedarf sprechen gegen diese Lösungen.

Im Weiteren wurden Lösungsmöglichkeiten geprüft, die unter anderem einen Ganzjahresbetrieb der Eissporthalle, Synthetikeis auf der großen und/oder kleinen Eisfläche und eine indirekte Glykol-Kühlung vorsehen. Daraus ergeben sich Preissteigerungen, die zwischen 111.265 Euro brutto (93.500 Euro netto) und 539.070 Euro brutto (453.500 Euro netto) liegen würden. Dies hätte zudem auch Auswirkungen auf die späteren Betriebskosten.  

In die Prüfung mit eingeflossen ist zudem das Risiko des Bauens im Bestand, zumal zum jetzigen Zeitpunkt nicht absehbar ist, inwieweit für eine Sanierung der Eissporthalle Finanzmittel aus Förderprogrammen zu erhalten sind.

Da die Eissporthalle aus dem Jahr 1976 stammt, wären selbst nach einer Sanierung keine energetischen Werte wie bei einem Neubau zu erreichen. Zudem dürften nach den Vorgaben des dort aktuell gültigen Bebauungsplans neben dem Eissport nur zehn zusätzliche Veranstaltungen durchgeführt werden.

Es handelt sich hier um eine Kostenschätzung zu einem frühen Zeitpunkt. Die Kostenschätzung nach DIN 276 sieht für diesen Stand eine Toleranz von +/- 30 Prozent vor. Das entspräche Mehrkosten von rund 3,8 Millionen Euro brutto (3,2 Mio. Euro netto).
Diese Aussagen zur Wirtschaftlichkeit bilden den aktuellen Stand des Verfahrens ab und werden weiter spezifiziert, insbesondere hinsichtlich der Einnahmesituation, da diese wesentlich vom Eisbetrieb abhängt (Öffnungszeiten, Angebot, Bistro).  

Im November 2018 hatte die Verwaltung der Stadt Unna ein Gutachten erstellen lassen. Dieses sah Kosten für eine Sanierung in Höhe von 8,25 Millionen Euro brutto vor.

Der Unterschied zu den nun vorgelegten Zahlen ist damit zu begründen, dass die nun vorliegenden Zahlen einer Prüfung entstammen, die eine größere Detailtiefe bei der Beplanung im Vorentwurf aufweisen. Zudem wurde eine vollumfängliche Überplanung aller Bereiche in der Eissporthalle (Umkleiden, Personalräume, Verwaltung, Küche, Gastrobereich, Tribünen, etc.) vorgenommen. Weiter wurden die Kosten für baukonstruktive Einbauten für die technische Gebäudeausrüstung (TGA), Gewerke ( Fundamente, neue Räume, Gräben / Öffnungen für neue Entwässerungsleitungen etc. ) und auch eine Bemessung der Lüftungsanlagen nach VDI 2075 (Technischer Ausbau von Eissportanlagen) ermittelt.

Anhand dieser Zahlen sollen nun die Beratungen in den Fraktionen und in der Öffentlichkeit folgen, mit dem Ziel die Varianten weiter zu reduzieren und im Rat der Stadt Unna im Juli 2021 eine Entscheidung herbeizuführen.
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Die Eissporthalle war bis 2018 zum Vertrieb verpachtet. Es folgte im gleichen Jahr die Schließung aufgrund erheblicher technischer Mängel. Im Juni 2018 erfolgte der Ratsbeschluss zum Abriss der Eissporthalle. Gegen diesen Beschluss wurde am 26. Mai 2019 ein Bürgerentscheid durchgeführt.

Quelle: Rundblick Unna

Schnelltestzentrum an der Eishalle schon wieder geschlossen

Info-Plakat zu den Schnellteststellen in Unna. – Foto: Stadt Unna

Erst am Donnerstag vorletzter Woche gab die Stadt Unna erfreut bekannt: An der Eissporthalle Unna hat ein Zentrum für Coronaschnelltests eröffnet.

Die Freude währte nur kurz.

Die Schnellteststelle mit Kapazität für 800 Schnelltests am Tag ist schon wieder geschlossen.

Für die Stadtverwaltung Unna kommt diese Neuigkeit selbst völlig überraschend, sagte uns Stadtsprecher Christoph Ueberfeld auf Nachfrage am heutigen Morgen, 9. April.

Nach bisherigen Informationen gibt es zwischen dem privaten Betreiber Covi Medical und der Kassenärztlichen Vereinigung Unstimmigkeiten über die Abrechnungsmodalitäten. Die bisher gebuchten Termine behalten vorerst ihre Gültigkeit, kann der Stadtsprecher vermelden.

Erst am Gründonnerstag hatte Bürgermeister Dirk Wigant bei einer Video-Pressekonferenz für die Einrichtung weiterer Teststellen im Stadtbereich geworben; in der Innenstadt hätten auch Händler darauf gedrungen, für deren Besuch bekanntlich seit dem 31. März neben einem Termin auch ein tagesaktueller Schnelltest erforderlich ist.

So ist es aufgrund der „Corona-Notbremse“ für das gesamte Kreisgebiet Vorschrift, bis die 7-Tages-Inzidenz an Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner mindestens 7 Tage lang deutlich unter 100 liegt.

Heute liegt sie am dritten Tag in Folge deutlich unter 100, ist von 86,2 an den letzten beiden Tagen zuvor sogar noch weiter gefallen auf 83,6. Die Zahl gab das Landeszentrum Gesundheit bekannt (Stand Mitternacht). Doch für Lockerungen der „Notbremse“ reicht das noch nicht.

Am Osterwochenende ging für Unna auch gleich ein neues Testzentrum im Gewerbegebiet Feldstraße auf dem Globus-Baumarktparkplatz an den Start; zugleich wurden die Kapazitäten in der Innenstadt erweitert (Teststelle Bahnhofstraße, Eulen-Apotheke an der Hertingerstraße).

Die abrupte Schließung des Testzentrums an der Eissporthalle hingegen bedeutet wieder einen Rückschlag für die Stadt in ihrem Bemühungen, das Netz an „Bürgerteststellen“ auszuweiten und damit unter anderem auch dem lokalen Handel zu helfen.

Mindestens einen Test pro Woche bekommt jeder Bürger kostenlos, weitere schlagen je nach Teststelle mit um die 20 bis fast 70 € (am Flughafen Dortmund) zu Buche.

Quelle: Rundblick Unna

Stadt Unna richtet Corona-Schnelltestzentrum an der Eishalle ein

Eishalle Unna – Archivbild, RB

100 Tests pro Stunde, 800 am Tag.

Die Stadt Unna wird an der Eishalle ein Corona-Testzentrum einrichten. 100 Tests pro Stunde, 800 am Tag sollen im Testzentrum durchgeführt werden, kündigte die Verwaltung am frühen Abend an (18. März).

Dieses Testzentrum nimmt am Donnerstag nächster Woche, 25. März 2021, seine Arbeit auf, die Tests sind für die Getesteten kostenlos. Diese erhalten das Testergebnis auf digitalem Weg.

Daneben bieten wie berichtet die Ring-Apotheke an der Bahnhofstraße und einige niedergelassene Ärzte den kostenlosen Corona-Schnelltest an.

„Die angebotenen Schnelltests sollten ausschließlich von Bürgerinnen und Bürgern wahrgenommen werden, die bis dato symptomfrei sind“, unterstreicht die Stadtverwaltung. „Menschen mit Symptomen (zum Beispiel Fieber, trockener Husten etc.) sollten sich für einen Test umgehend mit ihren Hausärzten in Verbindung setzen.“

Einmal pro Woche steht jedermann ein kostenloser Corona-Schnelltest zu. 

Wichtige Hinweise:

  •  Bei einem positiven Schnelltest wird umgehend das Gesundheitsamt des Kreises Unna durch die jeweilige Teststelle informiert.
  • Die positiv getestete Person muss sich umgehend an ihren Hausarzt wenden, damit ein weiterer Coronatest (PCR-Test) durchgeführt werden kann.
  • Außerdem ist die positiv getestete Person verpflichtet, sich unmittelbar in häusliche Quarantäne zu begeben.
  • Dies gilt auch für jene Personen (Familienangehörige etc.), die in häuslicher Gemeinschaft mit der positiv getesteten Person leben.

Angepasst an die Neufassung der Coronavirus-Testverordnung des Bundes vom 7. März erließ das NRW-Gesundheitsministerium eine Allgemeinverfügung für die Umsetzung in Nordrhein-Westfalen. Diese regelt, dass unter anderem Arztpraxen, kommunale Testzentren sowie private Testzentren oder Apotheken, welche bislang Corona-Schnelltests durchgeführt haben, auch die kostenlosen Schnelltests anbieten und abrechnen können.

Mit der Durchführung der sogenannten Bürgertests hat der Kreis Unna verschiedene Teststellen beauftragt. Die Teststelle in ihrer Nähe und die zugehörigen Kontaktdaten finden Sie auf der Seite der Kreisverwaltung Unna.
Weitere Fragen und Antworten zu den Schnelltests finden Sie hier: Bundesministerium für Gesundheit

„Schnecke bleibt Schnecke, auch nach der Wahl“ – Unna.braucht.Eis zieht ernüchtert Bilanz

Eishallensanierung im Schneckentempo – Symbolbild, Quelle RB

„Wird aus der Schnecke noch ein Rennpferd?“ Diese Frage, bei der Podiumsdiskussion vor der Kommunalwahl an alle antretenden Bürgermeisterkandidat/innen gestellt, beantwortet die Eishalleninitiative „Unna.braucht.Eis“ noch keine 100 Tage nach der Wahl ernüchtert mit: „Nein. Eine Schnecke bleibt eine Schnecke – auch unter dem neuen Rat und mit neuem Bürgermeister.“

In einer umfangreichen Stellungnahme unternimmt die BI zum Wochenende einen einmal mehr ernüchterten Ausblick.

„Eine Schnecke bleibt eine Schnecke. Da macht auch eine Kommunalwahl offensichtlich nichts dran.

Nachdem wir die Zusammenarbeit mit der früheren Stadtspitze unter Bürgermeister Kolter aufgekündigt hatten, da hier greifbar war, dass absolut kein Interesse daran bestand, die Umsetzung des Bürgerentscheids voranzutreiben, nahmen wir die bevorstehende Kommunalwahl im September 2020 zum Anlass, uns „hinter den Kulissen“ wieder verstärkt in die Diskussion mit den (zukünftigen) Entscheidungsträgern in Rat und Verwaltung einzubringen und den Gesprächsfaden wieder aufzunehmen.

Im unmittelbaren zeitlichen Zusammenhang mit dem Wahlgeschehen hatte sich die Kommunikation mit den Kandidat/innen, den Parteien und den Fraktionen zunächst (vermutlich wenig überraschend) deutlich verbessert.

Das Gesprächsklima war konstruktiv und es herrschte fast so etwas wie Aufbruchstimmung. Wahlkampf halt. Wir von UbE haben versucht, die spezielle Konstellation zu nutzen, um unser Konzept für eine kostengünstige und bürgernahe Sanierung und das Konzept des Betriebs der Halle durch eine nicht auf Gewinnerzielung ausgerichtete gemeinnützige GmbH zu bewerben und neuen Schwung in die aus unserer Sicht festgefahrene Situation zu bringen.

Tatsächlich kamen wir so zu verschiedenen Vereinbarungen mit der Politik und konnten der Verwaltung auch Zusagen abringen, die uns einmal mehr hoffnungsfroh stimmten, was die Umsetzung des Bürgerentscheids angeht.

Gesprächsklima kühlte sehr schnell ab – Kontakt komplett abgebrochen

Das anfangs positive Gesprächsklima und die konstruktive Atmosphäre kühlten dann aber sehr schnell ab.

Zunächst kamen Antworten auf unsere Mails zögerlicher, später wurde der Kontakt komplett abgebrochen. Verbindliche Ansprachen wurden seitens Politik und Verwaltung einseitig und ohne Nennung von Gründen aufgekündigt. An Zusagen fühlte man sich dort ebenfalls nicht gebunden. Sachstandsanfragen und durchaus deutliche Aufforderungen, die getroffenen Vereinbarungen einzuhalten und den Gesprächsfaden wieder aufzunehmen, wurden ignoriert. Ein Verhalten also, was man im geschäftlichen Verkehr – zumal von einer Stelle der öffentlichen Verwaltung – eigentlich nicht erwarten würde.

Nun werden viele von euch vermutlich wieder fragen: Warum tut ihr euch das überhaupt noch an? Die Antwort ist und bleibt die Gleiche: Weil wir das den Bürgerinnen und Bürgern, die der Eishalle beim Bürgerentscheid ihre Stimme gegeben haben, versprochen haben.

Wahrscheinlich ist es sogar nötiger als jemals zuvor, dass jemand aus der Bürgerschaft dieses Projekt genau im Auge behält, denn es dürfte inzwischen jedem klar geworden sein,dass Politik und Verwaltung keinen müden Cent auf die basisdemokratische Entscheidung ihrer Bürger/innen geben und versuchen, den Bürgerentscheid im sprichwörtlichen Mülleimer der Geschichte zu versenken.

Hoffen auf Fördergelder ohne Plan B

Schon bei einem kurzen Blick in den aktuellen Haushaltsplan wird deutlich: Eine Sanierung der Eishalle ist nicht ernsthaft beabsichtigt. Für die nächsten drei Jahre sind nämlich insgesamt lediglich etwa 800.000 € für die Eishalle eingeplant.

Auf entsprechende Nachfrage wurde uns lediglich lapidar mitgeteilt, dass man ja einen Förderantrag beim Bund gestellt habe. Man gehe davon aus, dass von dort erhebliche Fördergelder nach Unna fließen würden. Ein Konzept also – falls man davon überhaupt sprechen kann – das irgendwo zwischen Hoffen und Bangen angesiedelt ist.

Selbstverständlich mag es sein, dass seitens des Bundes Fördergelder bewilligt werden, jedoch darf man sich darauf keinesfalls verlassen. Man braucht einen „Plan B“. Lebt man in den Tag hinein und fährt man – wie es bei der Stadt Unna gerne gelebte Praxis ist – immer nur auf Sicht, dann kommt genau das dabei heraus, was eben in Sachen Eishalle bis jetzt herausgekommen ist: Nämlich nichts Greifbares.

Wir hören, dass im Hintergrund eine ganze Armee kostspieliger Berater und Planer für die Stadt aktiv ist. Allein, es scheint keine Ergebnis dabei herauszukommen. Wie sonst ist es zu erklären, dass auch 20 Monate (!) nach dem Bürgerentscheid und fast 150 Tage nach der Kommunalwahl und der Amtsübernahme durch Herrn Bürgermeister Wigant kein Fortkommen in der Sache erkennbar ist, geschweige denn, dass irgendwelche handwerklichen Arbeiten in der Halle erledigt worden wären?

Untätigkeit beim Hallendach führt zu 25.000 Euro Mehrkosten

Nehmen wir nur einmal das Hallendach: Dieses ist sanierungsbedürftig wie eh und je. Die Untätigkeit in dieser Sache führt laufend zu weiteren Kosten für die Stadt, da sich die Risse in den Holzträgern ausweiten und die Sanierungskosten hierdurch steigen.

Wir gehen aufgrund einer entsprechenden Einschätzung eines fachkompetenten Unternehmens davon aus, dass durch die Untätigkeit zusätzliche Kosten in Höhe von 25.000 € entstehen werden.

Kunststoffeis? Idee zum Scheitern verurteilt

Die in der Vergangenheit verschiedentlich diskutierte Idee, die Lauffläche mit speziellen Kunststoffplatten anstelle von „richtigem“ Eis auszulegen, war von vornherein zum Scheitern verurteilt. Solche Gedankenspiele mögen ja auf den ersten Blick aus ökologischen Gründen sinnvoll erscheinen. Bei näherer Betrachtung halten sie einer genauen Prüfung aber aus verschiedenen Gründen (Umwelt- und Gleiteigenschaften, Lebensdauer, Anschaffungskosten etc.) offensichtlich nicht stand.

Es kommt hinzu, dass das ganze Thema des Energieverbrauchs der Halle und insbesondere der Eisaufbereitung nach wie vor vollkommen falsch diskutiert wird. Anstelle sich über Alternativen mit unbekannten Umwelteigeneigenschaften und ungewissem Primärenergiebedarf zu unterhalten, die zudem einen fragwürdigen Laufspaß bieten, sollten wir unsere Ressourcen lieber darauf verwenden, ein kluges Konzept zur Energieeinsparung zu entwerfen und Möglichkeiten der Erzeugung regenerativer Energien vor Ort zu prüfen. Themen wie Blockheizkraftwerk, LED-Beleuchtung, Solar-Energie und –Thermie die ja auch förderungsträchtig sind können und müssen diskutiert werden!

Schon vor seiner Amtsübernahme hat Bürgermeister Wigant den Bürgerinnen und Bürgern maximale Transparenz versprochen. In der Podiumsdiskussion hat er sich sogar zu der kühnen Aussage hinreißen lassen, dass mit ihm als Bürgermeister ein Bürgerentscheid zur Eishalle gar nicht nötig gewesen wäre. Aktuell bleibt sein tatsächliches Handeln deutlich hinter den vollmundigen Ankündigungen im Wahlkampf zurück.

Es bleibt die Frage, wie lange man die über 15.000 Unnaer Bürgerinnen und Bürger, die beim Bürgerentscheid ihre Stimme für die Eishalle gegeben haben und die nun seit bald zwei Jahren darauf warten, dass die Demokratie ihre Wirkung entfaltet, noch mit Sonntagsreden abspeisen will.

Da kommt einem unwillkürlich Goethe in den Sinn. „Der Worte sind genug gewechselt, lasst mich endlich Taten sehen!“ Recht hat er.“

CDU: Haushaltsplan gibt Eishallensanierung eine Basis – Ab 2022 neues Sicherungskonzept nötig

Geht der Unna-Esel bald wieder sinnbildlich aufs Eis? Politisch herrschen daran neben Zuversicht auch Zweifel. (Foto/Montage: RB)

Hat sich Unnas Eishallensanierung mit dem neuen Haushaltsplan des Stadtkämmerers endgültig erledigt? Das sieht die CDU vollkommen anders als „Wir für Unna“.

Die WfU-Fraktion sieht sieht die Eishalle zusammen mit dem Neubau der Realschule und mehr „in den Mülleimer der Stadtgeschichte gepackt“. Denn die Haushaltsplanung für 2021-2024 enthalte nur Investitionen, die auf Ratsbeschlüssen der Jahre 2015 bis 2020 beruhen.

HIER berichteten wir.

Hingegen erklärt die CDU nach ihrer Haushaltsklausur am vergangenen Wochenende: Die Grundlage für die Eishallen-Wiederertüchtigung sei mit dem gerade vorlegten Zahlenwerk des obersten Unnaer Kassenwarts verlässlich gelegt.

„Der Haushalt für 2021 sieht für die Eishalle die Rückstellung von weiteren ca. 800.000 € vor“, erläutert die 13-köpfige Ratsfraktion ihren Standpunkt. Und für weitere Ausgaben kalkuliert sie mit Fördermitteln.

In Abhängigkeit von der Höhe dieser „zu erwartenden“ Fördergelder „sind in den kommenden Jahren weitere Mittel bereitzustellen. Somit ist im Haushaltsplan die finanzielle Grundlage für die weiteren Sanierungsmaßnahmen, über die der Rat im April 2021 entscheiden soll, gelegt.“

„Dies war uns ein besonderes Anliegen und macht deutlich, dass die Eissporthalle weiterhin auf der Agenda steht, um dem Bürgerentscheid aus dem Jahre 2019 Rechnung zu tragen.“

Wie berichtet, bindet der Bürgerentscheid pro Eishalle den Rat drei Jahre, also bis zum 26. Mai 2022. Danach können andere Ratsbeschlüsse gefasst und könnte die Halle dann abgerissen werden. Denn ein neuer Bürgerentscheid zum selben Thema wäre laut Gemeindeordnung NRW erst nach mindestens 2 Jahren wieder möglich.

Mit dem Haushaltsplanentwurf 2021 setzte sich die CDU-Ratsfraktion am vergangenen Sonntag zusammen mit der Fraktion der FDP und dem Verwaltungsvorstand intensiv auseinander, schreibt sie.

  • „Dieser Haushaltsentwurf hat insgesamt ein Volumen von 173 Millionen €. Der Ergebnis- und Finanzplan wurde durch den Stadtkämmerer Achim Thomae ausführlich dargestellt.
  • Aus den vorliegenden Daten ergibt sich für das Jahr 2021 ein ausgeglichener Haushalt.
  • Für die kommenden Jahre 2022 ff. ist jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit erneut mit einem Haushaltssicherungskonzept zu rechnen.
  • Der Grund sind zu erwartende Kostensteigerungen sowie eine zu erwartende Verringerung der Mittelzuweisung durch Bund und Land.
  • Ferner ist zu berücksichtigen, dass die Kosten für die Corona-Pandemie ebenfalls in den Jahren 2022 ff. durchschlagen werden.“

Anzumerken sei zudem, so die CDU,

„dass die in den nächsten Jahren anstehenden Investitionen in die bauliche Infrastruktur der Stadt Unna eine exorbitante Größenordnung erreichen“. Aus diesem Grunde müssten der vorliegende und die künftigen Haushaltsplanentwürfe,
insbesondere im Investitionsbereich, Prioritäten setzen.“

„Und hier ist neben dem laufenden Großprojekt Schulzentrum Hertinger Tor insbesondere auch die Sanierung der Eissporthalle zu erwähnen.“

Die Umsetzung der CDU-Wahlkampfthemen (u.a. mehr Bürgernähe und Bürgerbeteiligung, Verstärkung des Ordnungsdienstes, Einführung eines Bürgerbudgets etc.) finden sich im Haushaltsplanentwurf sowie im Entwurf des Stellenplans wieder, resümieren die Christdemokraten zufrieden:

  • Der Ordnungsdienst wird um zwei Stellen aufgestockt,
  • für das Bürgerbudget wurden 60.000€ in den Haushalt eingestellt
  • und mit der Durchführung einer Bürgerbefragung bzgl. des geplanten Einkaufszentrums in Massen sei in Kürze zu rechnen.
  • Auch für die Bedarfsdeckung im Bereich von Kitas sehe der Haushaltsplanentwurf die erforderlichen Mittel vor.
  • „Weiterhin ist der Bau der Rettungswache Nord sowie der Ankauf von Containern für die Hauptwache und die Planung des weiteren Ausbaus an der Florianstraße Bestandteil des Entwurfs. Die Feuerwehr wurde ebenfalls im Stellenplan positiv berücksichtigt.“

Nach alledem ist die CDU-Fraktion überzeugt, dass der vorliegende Haushaltsplan einen ausgeglichenen Haushalt garantiert und alle auf der Agenda stehenden Maßnahmen berücksichtigt werden. Aus heutiger Sicht stimmt die Fraktion dem Haushaltsplanentwurf zu. „Gleichwohl ist beabsichtigt, vor der Einbringung des Haushalts eine Abstimmung mit anderen Fraktionen durchzuführen. Insoweit sich daraus noch Änderungen ergeben, wird daraus noch nachberichtet.“

WfU sieht Eishalle, neue Realschule und mehr „in Mülleimer der Stadtgeschichte gepackt“

Archivbild der der Eissporthalle Unna. (Foto RB)

Das Bürgerbegehren zur Eissporthalle Unna wird nach Prognose der Ratsfaktion „Wir für Unna“ (WfU) „sang und klanglos in den Mülleimer der Stadtgeschichte Unna gepackt“. Zusammen mit einem Realschulneubau, der Museumssanierung und weiteren Ratsbeschlüssen – und alles zugunsten eines einzigen „Leuchtturmprojekts“, den Grundschul-und Kitaneubau am Hertinger Tor für geschätzte 29 Mio. Euro.

Denn, so erklärt Fraktionschefin Ingrid Kroll:

„In der Haushaltsplanung des Kämmerers für die Jahre 2021-2024 sind nur diejenigen Investitionen enthalten, die auf Ratsbeschlüssen der Jahre 2015 bis 2020 beruhen. Aus den Ausführungen des 1. Beigeordneten wurde deutlich, dass unaufschiebbare Projekte wie die Hellweg-Realschule, die Eissporthalle, die Hellweg Sporthallen, das Hellwegmuseum, die Lindenbrauerei ec. auf die Jahre 2025 ff verschoben werden.“

WfU-Fraktionchefin Ingrid Kroll. (Foto RB)

Und aufgeschoben sei damit wohl aufgehoben, schlussfolgert Kroll aus den weiteren Ausführungen des Kämmerers: Denn Achim Thomae habe „eindeutig aufgezeigt hat, dass sich die Stadt ab dem Jahre 2024 sehr wahrscheinlich in einem ,Nothaushalt´ befinden wird.“

Das wäre das Aus für die Eishalle.

Denn an den Bürgerentscheid vom 26. Mai 2019 ist der Rat genau drei Jahre gebunden – bis zum 26. Mai 2022 also. Danach „verfällt“ die Verpflichtung, die Halle zu erhalten. Und ein neues Begehren kann erst wieder ab 2 Jahren später erwirkt werden.

Lesen Sie dazu bei Interesse auch: Ein Jahr nach Unnas Eishallen-Bürgerentscheid – Wie Euphorie Ernüchterung wich

„Kommunalpolitische Arbeitsbeschaffungsmaßnahme seitens der Verwaltung“

Auch den Neubau der Hellweg-Realschule, die Sanierungen des Hellweg-Museums, der Hellweg-Sporthallen u.s.w. könne man auf der aktuellen haushaltsplanerischen Basis wohl abhaken. „Die damaligen Diskussionen und kritischen Auseinandersetzungen über diese Projekte im Rat waren scheinbar eine kommunalpolitische Arbeitsbeschaffungsmaßnahme seitens der Verwaltung“, so Ingrid Krolls scharfes Fazit.

Luftbild des Geländes am Hertinger Tor. / Fotoquelle Stadt Unna

Der Neubau des neuen Grundschul- und Kitastandorts am Hertinger Tor (kalkuliert auf derzeit 29 Mio. Euro) und die damit zusammenhängenden Straßenbaumaßnahmen (an Hertingerstraße, Brockhausstraße, Ziegelstraße, Falkstraße, Umbau der B1-Kreuzung Hertingerstraße und der Schülerweg über den Brockhausplatz) sauge laut WfU sämtliches Geld der Kreisstadt auf.

„Somit werden andere notwendige Projekte bis 2025 ersatzlos gestrichen. Dies betrifft zwangsläufig auch die Straßeninstandsetzungen„, ergänzt Kroll. Und was der Fraktion überdies aufgefallen ist:

„Überraschenderweise sind die Wohnungsbauprojekte im Bereich Hertinger Tor und Eissporthalle nicht aufgeführt. Demnach sieht die Stadt keinen Bedarf an zusätzlichem sozialen Wohnraum. Damit wird auch die Verpflichtung für Investoren, mindestens 25% sozialen Wohnraum zu schaffen, ad acta gelegt.“ Scheinbar, so Krolls Fazit, „finden diese wichtigen Maßnahmen gegenüber dem ,Leuchtturmprojekt´ Hertinger Tor keine Berücksichtigung.“

Auch verwundert zeigt sich Kroll darüber, dass die Beigeordnete Heidler hinsichtlich der Drei- oder Vierzügigkeit der Grundschule Hertinger Tor den schwarzen Peter nach Arnsberg weiterreicht  Arnsberg würde die 4zügigkeit ablehnen.

„Frau Heidler vergaß zu erwähnen, dass die Stadt bei dem Fördermittelantrag ausschließlich eine 3zügikeit aufgrund statistischer Daten aus dem Jahre 2015 zugrunde gelegt hat und auf dieser Basis der Bewilligungsbescheid erteilt wurde. Die Schule soll aber
erst 2024 in Betrieb gehen! Irritierend ist auch, dass die zugehörige Kita 4zügig geplant ist. Eine Veränderung des Antrages im Sinne einer nachhaltigen 4zügigkeit würde zwangsläufig dem Förderbescheid widersprechen.

Der 1. Beigeordnete erwähnt in diesem Zusammenhang, dass sein Bereich seitens des Schulbereiches nur den Auftrag für eine 3zügige Planung erhalten habe – und das hätten sie umgesetzt. Weiter merkt Kroll an, dass eine nachhaltige Planung anders aussieht. Dies hat zur Konsequenz, dass bei den zukünftigen Anmeldungen Schüler abgewiesen werden müssen.

Kroll unterstreicht: „Die grundsätzliche Notwendigkeit des Neubaus dieser Schule stellt die WfU-Fraktion überhaupt nicht
in Frage.“

UNNA.braucht.EIS sieht neue Chance für bürgernahes Konzept

Gemeinsame Sympathiebekundung des KJEC, UbE und “Wir für Unna” am vorletzten Samstag vor der Kommunalwahl. (Foto UbE/KJEC)

Unnas Eishallenretter sehen mit dem nahenden Wechsel an der Verwaltungsspitze neue Chancen für eine baldige Sanierung und Reaktivierung der Halle. Die Zusammenarbeit mit Bürgermeister Kolter hatten sie aufgekündigt, schöpfen aufgrund der Neuwahl am kommenden Sonntag jedoch neue Hoffnung.

In einer Pressemitteilung vom Mittwoch, 23. 8., heißt es:

Am 24. August hatte UNNA.braucht.EIS eine Podiumsdiskussion unter dem Titel „Wohin geht die Reise? Lässt sich aus der Schnecke noch ein Rennpferd machen?“ sämtliche Bürgermeisterkandidat(inn)en zu einer Podiumsdiskussion eingeladen.

Erfreulicherweise haben sich dort sämtliche Teilnehmer/innen klar und unmissverständlich für eine kurzfristige Umsetzung des Bürgerentscheids zum Erhalt der Eishalle am Ligusterweg ausgesprochen. Nunmehr wird sich in wenigen Tagen entscheiden, wer zukünftig als neuer Bürgermeister/in in das Rathaus von Unna einziehen wird.

Wir von UbE richten nun den Blick hoffnungsvoll nach vorne und nehmen die personellen Veränderungen in Rat und Verwaltungsspitze zum Anlass, einmal mehr unsere Hand in Richtung Stadt auszustrecken und eine konstruktive Zusammenarbeit auf Augenhöhe anzubieten.

Insbesondere möchten wir – auch mit Rücksicht auf die absehbare Verteuerung anderer Großprojekte der Stadt (z.B. Grundschulneubau an der Hertingerstraße) abermals für die von uns erarbeitete Variante einer kostengünstigen Sanierung unter Beteiligung regionaler Unternehmen und Handwerksbetriebe sowie der eissporttreibenden Vereine werben.

Obwohl wir die Kooperation mit der bisherigen Verwaltungsspitze wegen fehlender Vertrauensbasis bis auf Weiteres aufkündigen mussten, haben wir im Hintergrund unermüdlich weiter an unserem Konzept gearbeitet und dieses weiter verfeinert. So konnten wir weitere Firmen dafür gewinnen, uns in unserem Projekt zu unterstützen:

–       Architektur, Planung, Statik, Brandschutz und Wärmeschutz: Netz- Bau Gruppe (Köln) und artec Architekten (Lüdenscheid)

–       Klima- Heiz- und Entfeuchtungstechnik: Iwanowski GmbH (Iserlohn)

–       Eisaufbereitung und Technik: AST – Eis- und Solartechnik GmbH (Reute)

–       Eisaufbereitung und Technik: ISS GmbH-Ice, Sports & Solar (Neu-Isenburg)

–       Transport: Kurierservice Cirkel (Unna)

–       Steuerberatung: Goyer · Neuke · Pfingsten Steuerberater PartG (Dortmund)

–       Dach- und Wandmontage: F&S Bedachungen (Schwerte)

–       Fenster und Bauelemente: Dirk Rau GmbH (Iserlohn)

–       Sanitärtechnik: Schülpke GmbH (Unna)

–       Arbeitssicherheit: SLK Vermietung GmbH (Recklinghausen)

–       Arbeitsbühnen und Steiger: Liftverleih Liesegang e.K. (Holzwickede)

–       Holzbaustatik, Brandschutz, Tragwerksplanung: FH Holzbaustatik GmbH & Co. KG (Lienen)

–       Montage von Sandwichwänden und Metalllleichtbau: Brandner Industriemontagen (Dortmund)

–       Holzbau/ Zimmermannsbau: Esterle Holzbau GmbH & Co. KG (Halver)

–       Fliesenlegerarbeiten: M.B. Fliesen (Iserlohn)


All diese Unternehmen sehen die Chancen und Stärken, die das Konzept bietet und sie haben sich bereit erklärt, das Projekt beispielsweise durch kostenlose Beratung und Planung, durch tatkräftige Unterstützung oder durch Preisnachlässe zu unterstützen.

Darüber hinaus stehen der Eishockeyverband NRW e.V. und der Königsborner Jugendeishockeyclub e.V. bereit, um bei der Instandsetzung der Halle tatkräftig mitzuwirken.

Dass sich vieles mit ehrenamtlichen Engagement erreichen lässt, hat der KJEC ja bereits unter Beweis gestellt und in einem mehrtägigen Arbeitseinsatz die Deckenverkleidung und über 150 laufende Meter Bande in der Eissporthalle entfernt, was der Stadt Unna Kosten in Höhe von ca. 15.000 € erspart hat.

Eine kostengünstige und bürgernahe Lösung.“ Das ist es, was wir den Unnaer Bürgerinnen und Bürgern, die uns im Bürgerentscheid ihre Stimme gegeben haben, versprochen haben. Und dazu stehen wir ohne Wenn und Aber. Jetzt müssen nur noch die Verantwortlichen in Rat und Verwaltung mitmachen und es kann (endlich) losgehen!“

Quelle: Pressemitteilung UbE

Politische Bekundungen auf dem Eselsbrunnen. (Foto UbE)

Sympathieaktionen pro Eishalle dominierten Alten Markt

Gemeinsame Sympathiebekundung des KJEC, UbE und “Wir für Unna” am vorletzten Samstag vor der Kommunalwahl. (Foto UbE/KJEC)

Königsblau, Weiß und Magenta: 8 Tage vor der Kommunalwahl dominierten am heutigen Samstag (5. 9.) die Farben der Unnaer Eishockeysportler und des politischen Vereins „Wir für Unna“ den Alten Markt.

Zugleich setzten unbekannte Sympathisanten der Eishockeyretter in unmittelbarer Nähe der Wahlkampfstände der Parteien ein deutliches Zeichen in Richtung Stadtrat und insbesondere Verwaltungsspitze. Die eindeutige Botschaft: „Setzt endlich den Bürgerentscheid um!“

Politische Bekundungen auf dem Eselsbrunnen. (Foto UbE)

Die inhaltliche Nähe zwischen den Eishallenrettern und WfU zeigt sich auch in personellen Schnittmengen. So sind auf der Reserveliste von „Wir für Unna“ für die Kommunalwahl am 13. September auch mehrere Mitglieder von „UNNA.braucht.EIS“ (UbE) zu finden.

So wunderte es wenig, dass WfU sich solidarisch zeigte, als der Eissportclub KJEC und UbE heute auf dem Alten Markt noch einmal ein „deutliches Zeichen für den Erhalt des Eissports in Unna“ setzten, teilten die Vereine in einer gemeinsamen Presseerklärung mit und forderten zugleich, „die Sanierung der Eissporthalle jetzt endlich schnell und bürgernah (kostengünstige Lösung möglich) umzusetzen!“

Die Vereine fügen hinzu: „Bedanken möchten wir uns ausdrücklich bei der netten Aufnahme und Bewirtung am heutigen Tage durch den Verein Wir für Unna.“

Podium der Bürgermeisterkandidaten – UNNA. braucht.EIS und ADFC luden ein

Kandidatenpodium bei “UNNA.braucht.EIS” am 24. August in der Kleingartenanlage Kastanienhain. (Fotos RB)

Zwei Vereine mit jeweils klaren Zielsetzungen luden Anfang voriger Woche die Unnaer Bürgermeisterkandidatinnen und -kandidaten zu Podiumsdiskussionen ein. Die Eishalleninitiatie UNNA.braucht.Eis befragte alle acht Bewerber am Montag in der Kleingartenanlage Kastanienhain zu ihrem jeweiligen Standpunkt zum Eishallenerhalt und zur mutmaßlichen Verschleppung der Sanierung durch die Sadt; beim Radclub ADFC ging es am Dienstag im Katharinenhof um die Pläne der potenziellen künftigen Bürgermeister/innen in Sachen fahrradfreundliche City.

Wir fassen beide Veranstaltungen hier kurz zusammen.

* Zur Erklärung, wieso wir erst jetzt und kurz zusammengefasst berichten: Bei der ADFC-Veranstaltung gab es laut dem Club eine Kommunikationspanne, wir waren nicht eingeladen; den Kandidaten der CDU, Dirk Wigant, erreichte die Einladung ebenfalls nicht, weshalb im Katharinenhof nur 6 der 8 Bewerber diskutierten (Ingrid Kroll von Wir für Unna war wegen eines anderen Termins verhindert). Über die Veranstaltung von UbE berichteten wir aus anderen Gründen nicht, die mit dem Umgang mit Presse zu tun haben. Entsprechende Gespräche haben inzwischen stattgefunden.

Die Podiumsdiskussion im Katharinenhof am Dienstag, 25. August, fasst der veranstaltende ADFC Unna wie folgt zusammen:

Die beiden ADFC-Ortsgruppensprecher Helmut Papenberg und Uwe Schmidt begrüßten die folgenden 6 zur Wahl stehenden Bürgermeisteranwärter: Katja Schuon (SPD), Claudia Keuchel (Bündnis 90/Die Grünen), Frank Ellerkmann (FDP), Frank Muermann (FLU) und die beiden unabhängingen Kandidaten Herr Jens Ole Wilberg und Achim Megger.

Bei der ersten Frage zur Fahrradnutzung konnten alle Kandidaten positiv punkten, alle besitzen Fahrräder und nutzen diese auch regelmäßig, ob zum Dienst oder als Sport- oder Freizeitfahrzeug am Wochenende und im Urlaub.

Ebenso befürworten alle Kanditaten eine Verkehrswende mit besserer Fahrradinfrastruktur und sicherer, wenn möglich, vom Autoverkehr getrennte Wege mit möglichst großer Verkehrssicherheit. Auch der ÖPNV solle gestärkt werden, war das Credo aller Teilnehmer.

Im Blickpunkt war besonders der Innenstadtbereich innerhalb des Verkehrsringes, der vom Parksuchverkehr befreit werden solle und die Stadt durch weniger Autoverkehr an Lebensqualität gewinnt. Die Niederlande haben vor ca. 50 Jahren eine Verkehrswende eingeleitet und besitzen viele gestalterische Vorzeigprojekte, die es nachzuahmen gilt.

Eine Stimme aus dem Publikum forderte eine sofortige Optimierung der Fahrradwege durch für den Radler sinnvollere Ampelschaltungen, die bisher nur für den Autofahrer optimiert würden und die übrigen Verkehrsteilnehmer oftmals zu lange Wartezeiten beschert.

Kritik bieten auch die Neubauprojekte der Stadt Unna, die bisher sinnvolle Mobilitätskonzepte vermissen lassen.
Umstritten war bei den Teilnehmern das Verkehrskonzept für den neuen Grundschulbau, er lässt eine fahrradfreunliche sichere Zuwegung nicht erkennen.

Natürlich sind alle Projekte mit Kosten verbunden, die Fahrradwegeplanung mit einem Zielnetz liegt ca. 6 Jahre zurück. Und davon wurde bisher nichts realisiert.

Alle Bürgermeisterkandidatinnen und Kandidaten gehörten bisher nicht dem Rat der Stadt Unna an. Allgemeine Forderung war, endlich die Verkehrswende einzuleiten, die Umwelt durch weniger schädlicher Abgase und Lärmemissionen zu schützen.“

– Als Ergänzung unserer Redaktion: Der nicht anwesende CDU-Kandidat Dirk Wigant fordert in seinem Programm ein neues Mobilitätskonzept, das gleichberechtigt alle Verkehrsteilnehmer berücksichtigt und kein Verkehrsmittel einseitig bevorzugt oder benachteiligt.

Hier Fotos, alle c/o ADFC

Zur Podiumsdiskussion von „UNNA.braucht.EIS“ am Montag, 24. August, im Kleingartenvereinsheim Kastanienhain am Weidenweg hier zunächst unsere Eindrücke in Stichpunkten:

Dass sich bei einer öffentlichen Diskussion um die Eissporthalle alle Bewerber/innen um das Bürgermeisteramt für eine zügige Umsetzung des Bürgerentscheids aussprechen, ist zu erwarten, insofern waren diesbezüglich keine Kontroversen zu erwarten. Alle Kandidatinnen und Kandidaten betonten denn auch die Wichtigkeit, die Bürger mitzunehmen, bevor es zu solchen durchgreifenden Maßnahmen aus der Bevölkerung kommen muss. Das wollen alle acht, sollten sie Bürgermeister/in werden, ganz anders angehen.

Katja Schuon, SPD: „An Transparenz hat es gehapert. Das würde ich besser machen. Ich möchte Bürgerbeteiligung in jeder Form ausbauen.“

Dirk Wigant, CDU: “ Mein Ziel ist es, dass künftig keine Bürgerentscheide mehr stattfinden, sondern wir vorher klären, was der Bürgerwille ist. Das müssen wir viel früher bei den Menschen selbst erfragen. Das wird auch bei den Bürgern erst noch ein Umdenken erfordern. Denn wir haben das Phänomen, dass sich Menschen dann interessieren, wenn es sie ganz direkt angeht.“

Ingrid Kroll, Wir für Unna: „Die Umsetzung dauert jetzt schon viel zu lang. 1 Jahr und 3 Monate. Das geht absolut gar nicht. Rund 16.000 Bürger haben entschieden: Renoviert die Halle. Da gibt es keine Alternative. Wir sind gewählt worden, um die Bürger zu verteten. Das dauert alles viel zu lange.“

Frank Murmann, Freie Liste Unna (FLU): „Die FLU war eine der wenigen, die immer für den Erhalt waren. Ich sehe die Eishalle aus mittelständischer Sicht auch als Standortfaktor. Ich werde, sollte ich Bürgermeister werden, sofort die Gespräche mit UbE wieder aufnehmen. Man muss da Transparenz und Ruhe reinbringen.

Claudia Keuchel, B90/Grüne: „Wenn wir viel Geld investieren, sollten wir die Halle auch so gestalten, dass möglichst viele junge Menschen sie nutzen können, mit Indoor-Sportarten etc. Ich verbinde mit dieser Eishalle persönlich sehr viel, dort habe ich miti 14 Jahren mein erstes Extrabreit-Konzert gehört. Und Pommes in der Pistenbar sind mir auch ein Begriff.Ich wäre eher dafür, eine neue Halle zu bauen. Mit dem Bürgerentscheid wurde uns aber klar vorgegeben, dass wir die alte Halle zu sanieren haben. 2021 müssen wir das Ding kurz vor fertig haben.“

Frank Ellerkmann, FDP: „Dass wir im Stadtrat dagegen gestimmt haben, betrachte ich persönlich als Fehler, den ich sehr schmerzlich bereue. Mein Ziel ist jetzt, die Halle möglichst schnell auf sportliche Beine zu stellen. Die Eissporthalle hat in Unna Tradition, sie gehört zu Unna. Ich würde als Bürgermeister sofort nachhaken, wieso das so lange dauert, bevor sich die Fronten derart verhärten.“

Achim Megger, parteilos: „Keine Alternative, das Ding wird umgesetzt und möglichst schnell. Wenn ich Bürgermeister würde, könnte ich mir auch vorstellen, noch eine Saunalandschaft auf dem Gelände zu ergänzen.“

Jens-Ole Wilberg, parteilos: „Wir haben leider erpasst, etwas flexibler zu reagieren. Ich als Veranstaltungsmensch könnte mir vielfältige Nutzungsmöglichkeiten vorstellen, mit Sport, Klettern etc. Was man in der Folgezeit macht, ist aber offen. Erst einmal muss die Halle saniert werden, und zwar ohne weitere Verzögerungen. Dass die Leute in Unna – einer Kreisstadt – zum Eislaufen nach Bergkamen müssen, ist für mich ein Unding. Der Bürgerentscheid kam spät. Es ist vorher viel verpasst worden. Es ist schade, dass da Menschen und Ideen ausgeblutet werden. Es fehlt in der Stadt jemand, der Bock hat, das umzusetzen.“

Die Zusammenfassung von UbE:

„Alle acht Kandidatinnen und Kandidaten folgten der Einladung, um unter dem Titel „Kann man aus der Schnecke noch ein Rennpferd machen?“ über die wichtigen Themen „Eissporthalle“, „Bürgerentscheid“  und „direkte Demokratie“ zu diskutieren.

Es war eine rundum gelungene Veranstaltung, keiner der 50 Plätze blieb leer. Coronabedingt mussten sogar zahlreiche Interessierte abgewiesen werden, da die Abstandsregelungen ansonsten nicht hätten eingehalten werden können.

Die Diskussion wurde live auf die UbE Facebook Seite gestreamt. Der Beitrag hat insgesamt mehr als 7.000 Personen erreicht. Das zeigt deutlich das enorme und ungebrochene Interesse, dass das Schicksal der Eishalle Unna auch fast 1 1/2 Jahre nach dem erfolgreichen Bürgerentscheid bei zahllosen Unnaer Bürgerinnen und Bürgern weckt!
Aus Sicht von Unna.braucht.Eis besonders erfreulich: Alle Kandidatinnen und Kandidaten haben sich für die schnelle Sanierung der Eissporthalle ausgesprochen und die Gespräche mit UbE auf Augenhöhe wieder aufzunehmen.
So steht nach der Wahl einem schnellen Beginn der Sanierungsarbeiten wohl nichts mehr im Wege.

Bedanken möchten wir uns natürlich bei den Kandidatinnen und Kandidaten, bei dem Moderator Herr Christian Braatz, bei Frau Silvia Rinke vom Rundblick Unna als einzig anwesende Vertreterin der Presse, sowie natürlich dem Team von Herr Kunz vom Kleingartenverein Kastanienhain!“

Fotos von Rundblick Unna